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Ugur Orhanoglu - Junge Helden e.V. Helden gesucht

 

NGOs im Netz: Helden  gesucht!

Jung, motiviert und voller Tatendrang - die Dritte! Heute stellen wir den Berliner Verein "Junge Helden" vor, der über Organspende aufklärt und ein bewegtes Jahr hinter sich hat.

Von Lara Wiedeking

Berlin im Sommer 2010, vor dem "Spindler&Klatt". Einer der Türsteher ist heute Jürgen Vogel, tatkräftig unterstützt von Benno Führmann und Anna Maria Mühe. Die scheinbar verkehrte Welt geht an der Kasse weiter, wo der Besucher wahlweise bei Joko Winterscheidt, Collien Fernandenz oder Franz Dinda bezahlen kann. Später steht Max Herre auf der Bühne und Clueso ist Überraschungsgast. Es ist eine Feier der "Jungen Helden", mit der sie damit auf das Thema Organspende aufmerksam machen wollen. Wer fürchtet, auf einer Infoveranstaltung mit Missionierungszwang gelandet zu sein, irrt sich. Aufklärungsarbeit steht im Vordergrund, mit Vorurteilen aufzuräumen ist ein Ziel - und dabei soll das Feiern nicht zu kurz kommen.

Eine bewegende Geschichte

2011 fiel die Party jedoch aus, denn die Gründerin des Vereins, Claudia Kotter, ist verstorben. Um 2002 wurde sie selbst mit dem Thema Organspende konfrontiert: Sie war Anfang Zwanzig und litt an Sklerodermie, einer Autoimmunkrankheit. Sie brauchte eine neue Lunge. Keiner wusste so richtig über das Thema Organspende Bescheid, leicht verständliche Informationen waren schwer zu bekommen und die Vorurteile waren zahlreich. Daher gründete sie 2003 mit Freunden den Verein "Junge Helden". Von Anfang an gab es prominente Unterstützung, zum Beispiel durch Jürgen Vogel, der nicht nur als Türsteher aktiv ist, oder Joko&Klaas die mit der "Giro sucht Hero"-Werbeaktion Spenden für den Verein gesammelt haben.

Hauptsache informiert und sich Gedanken machen

Claudia Kotter hatte zunächst Glück, es wurde eine Lunge für sie gefunden und sie überstand die Transplantation. Doch auch nach der Transplantation arbeiteten sie und ihre Mitstreiter weiter daran, Aufmerksamkeit zu generieren. Dazu geht der Verein an Schulen, Universitäten und zu Sportveranstaltung. Sie nerven niemanden, bis er einen Organspendeausweis ausfüllt, sondern sind Ansprechpartner bei konkreten Fragen. Bestimmt eine Million dieser Ausweise - so schätzt der Verein -wurden schon unter die Leute gebracht. "Wie viele Ausweise ausgefüllt werden, wissen wir nicht, aber das ist für uns auch nicht ausschlaggebend. Jeder mitgenommene Flyer, jeder Ausweis steht für einen Menschen, der sich mit dem Thema befasst", betont Ina Brunk von den "Jungen Helden". Auch auf der Facebook-Seite der Aktion finden regen Diskussion zum Thema statt. Nur wenige Menschen befassen sich während Lebzeiten damit, was später mit ihrem Körper geschehen soll. Steht keine Entscheidung fest, müssen Angehörige diese in ohnehin stressigen und belastenden Situationen treffen.

Ein trauriger Rückschlag und neuer Tatendrang

Mit dem überraschenden Tod von Claudia Kotter im Juli dieses Jahres setzte zunächst eine Schockstarre unter den Mitstreitern und Freunden der jungen Heldin ein. Doch die Mission für die Zukunft ist klar: Das Lebenswerk der jungen Frau aufrechterhalten und in ihrem Sinne weiterführen. Daher hat der Verein jetzt auch die Rechte an dem Buch seiner Gründerin gekauft: In "Gute Nacht, bis morgen" erzählt Claudia Kotter ihre Lebensgeschichte und schreibt nicht nur über ihre Krankheit, sondern auch über Freundschaft, Zusammenhalt und Lebensmut. Erhältlich ist das Buch derzeit nur auf der Internetseite www.junge-helden.org.

Mehr von der Organisation und ihren Unterstützern sehen Sie in unserer Bildergalerie.

Eine weitere clevere Aktion von NGOs, "Movember" finden Sie auf der nächsten Seite in unserer zweiten Folge unsere Serie zu NGOs im Netz.


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