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Frauenträume: "Mehr  als  Missionarsstellung"

Alexandra Gentara weiß, was Frauen wollen: die etwas anderen Pornofilme und mehr Abwechslung im Bett.

Alexandra Gentara (Jahrgang 1974) ist verheiratet und hat eine vier Jahre alte Tochter. Sie arbeitet in Teilzeit als Produktmanagerin bei einem großen Mobilfunkprovider und ist seit 1999 nebenberuflich selbstständig mit der Internetseite www.das-erotische-sekretariat.de. Die Website entstand aus ihrem Hobby, dem Schreiben von erotischen Geschichten. Seit November 2006 betreibt sie zusätzlich den Onlineshop www.femmefatale.de.

MAX Online: Wie erklären Sie sich den Trend zu immer mehr "weiblichen" Sex-Onlineshops und anderen Erotik-Angeboten im Internet?

Alexandra Gentara: Viele Frauen waren unzufrieden mit dem Angebot, das man in üblichen Sexshops findet. Also haben sich viele in letzter Zeit dazu entschlossen, ein eigenes Angebot zu entwickeln. Insgesamt ist der Trend zu hochwertiger und ansprechender Erotik schon seit Jahren zu beobachten. Letztes Jahr hat sich sogar die renommierte Zeitschrift Ökotest endlich einmal der Sextoys angenommen und hat diese auf ihre Unbedenklichkeit geprüft - mit schockierendem Ergebnis. Immer mehr Menschen legen Wert auf Qualität und Hochwertigkeit. Und besonders in so intimen Bereichen wie Sextoys, die ja mit unseren intimsten Körperstellen in Kontakt kommen, sollten Frauen (und natürlich auch Männer) darauf achten, was sie an sich heranlassen.

MAX Online:Wie kamen Sie selbst auf die Idee, sich erotisch im Internet zu engagieren?

Alexandra Gentara: Wir betreiben seit 1999 ein Erotikportal für Frauen im Internet, das sich großer Beliebtheit erfreut. Die Idee, einen Erotikshop mit einem ganz speziellen Sortiment anzubieten, kam uns bei einem Messebesuch im letzten Jahr. Dort waren sehr viele neue Produkte zu sehen. Unser Angebot ist speziell, viele Artikel gibt es exklusiv nur bei uns, wir achten extrem auf Qualität. Billige Vibratoren aus gesundheitsgefährdendem Jelly-Material gibt es bei uns nicht. Dafür aber außergewöhnliche Toys, zum Beispiel die silberne Labienspange des Berliner Künstlers Biank oder die handgefertigten, besonders leistungsstarken Silikonvibratoren von Nobra. Hierdurch unterscheiden wir uns deutlich von allen anderen Shops, die sich auf die Fahne geschrieben haben, ein Angebot speziell für Frauen anzubieten.

MAX Online:Denken Sie, dass der Markt ein Potenzial hat, oder haben viele Frauen immer noch Probleme, sich auf solche Gebiete vor zu wagen?

Alexandra Gentara: Frauen werden mutiger und gehen offener mit ihrer Sexualität und Erotik um. Spätestens seit Sex and the City spricht frau mit ihren Freundinnen nicht mehr nur über die neusten erworbenen Schuhe, sondern eben auch über die neusten Errungenschaften im Nachtschrank. Frauenpornos, Perlenstrings und Edelvibratoren sind gesellschaftsfähig geworden, und viele Frauen haben verstanden, dass Sextoys nicht nur für Single-Frauen da sind, sondern besonders auch in Beziehungen sehr schnell frischen "Wind" ins Bett bringen. Noch immer haben viele Frauen Schwierigkeiten, beim Sex mit dem Partner zum Höhepunkt zu kommen. Hierzu gibt es unterdessen viele Hilfsmittel, die man gemeinsam benutzen kann und die es Frauen erleichtern, auch beim Verkehr einen Orgasmus zu erreichen. Und wie in allen anderen Konsumbereichen gilt auch in der Welt der Erotik, dass es auch für hochwertige Luxusartikel eine Zielgruppe gibt.

MAX Online:Was ist Ihrer Meinung nach der Unterschied zwischen der männlichen und weiblichen Art mit Sexualität, Erotik und Pornographie umzugehen?

Alexandra Gentara: Der Unterschied zwischen männlicher und weiblicher Sexualität und Erotik besteht sicher darin, dass Männer sehr viel zielorientierter sind, wenn es um Sex geht. Sex ohne Höhepunkt ist für die meisten Männer undenkbar, für die meisten Frauen leider (noch) häufige Realität. Außerdem gehen Männer seit Jahrzehnten viel offener mit dem Thema um. Auch was Pornofilme betrifft, gibt es große Unterschiede. Frauen sehen selten einen Pornofilm allein an, um dabei zu masturbieren. Die meisten möchten einen Film zusammen mit ihren Partner ansehen und sich gemeinsam davon anregen zu lassen. Doch das ist verständlicherweise noch komplizierter, da das, was den meisten Männern gefällt, die meisten Frauen eher abstößt. Entsprechend ist auch die steigende Zahl an Pornos aufgebaut, die sich an ein weibliches Publikum richtet. Die herkömmliche Pornografie ist wenig abwechslungsreich und arbeitet mit den immer gleichen Schemata.

MAX Online:Was unterscheidet nun spezielle Frauenpornos von herkömmlichen Pornos?

Alexandra Gentara: Die weibliche Erotik ist sehr viel diffiziler und variantenreicher als die männliche. Kann man männliche Fantasien auf zwei bis drei DIN-A4-Seiten zusammenfassen, benötigt man für eine Zusammenfassung von weiblichen Phantasien sicher ein ganzes Buch. Die Filme für Frauen sind entsprechend komplizierter und abwechslungsreicher.

MAX Online:Welche Erfahrungen haben Sie bisher mit ihren Websites gemacht, was den Umgang von Frauen mit ihrer Sexualität betrifft?

Alexandra Gentara: Unsere Erfahrung zeigt, dass die jüngeren Frauen (bis Mitte 30) schon sehr offen mit ihrer Sexualität und Erotik umgehen. Sie leben sie ganz offensiv aus, und wenn der eigene Partner nicht mehr "reicht", scheuen sich viele auch nicht, zu Hilfsmitteln zu greifen, eine Affäre anzufangen, in Clubs zu gehen oder ähnliches. Aber auch die älteren Frauen sind auf dem Vormarsch - so haben wir sehr viele Kunden und Kundinnen, die die 50 schon überschritten haben. Unsere Kunden in dieser Altersgruppe machen bei uns häufig zum ersten Mal ausgefallene erotische Erfahrungen, die neuen Möglichkeiten des Internet haben ihnen gezeigt, dass es mehr gibt als die Missionarsstellung im Bett. Die meisten guten erotischen Geschichten, die wir veröffentlichen, kommen von Frauen. Frauen legen Wert auf Ästhetik und Anspruch im Bereich der Erotik, während Männer da häufig schon mit sehr viel weniger zufrieden sind.


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Leser-Kommentare (6)
to-mann (26.12.08 - 12:31)
Nur Frauenträume?

Wer sagt denn, daß das nur Frauenträume sind? Auch als Mann schmilzt man doch bei den Fotos mit den Pasties oder Nippel-Ties von Agent Provocateur hinweg und auch der sinnliche Blick auf den Eingangsfoto läßt die Herzen höher schlagen.

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