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Claudii EMO

 

Emos: Verhasste  Jugendbewegung

Emo-Kids bläst der Wind eiskalt ins Gesicht. Die mit Röhrenjeans, Chucks, Kajal und kinnlangem Pony uniformierten Jugendlichen suchen nach Anerkennung, ernten aber nur Verachtung und Spott. Im Internet rufen Anhänger anderer Subkulturen zur Jagd auf Emos auf, in Mexiko und Chile kam es bereits zu gewalttätigen Übergriffen.

Sie sehen aus wie eine Mischung aus Punker und Mickey-Mouse. Emos tragen dunkle, enge Jeans, Chuck-Taylor-Schuhe, das T-Shirt kariert, gepunktet, gestreift oder mit kleinen Sternchen versehen. Sie haben oft pechschwarze Haare und einen asymmetrischen Pony, der ihnen meist bis zum Kinn herunterhängt. Mädchen wie Jungs tragen dicken Kajal an den Augen, überhaupt gibt man sich gerne androgyn. Typisch auch die beiden Unterlippenpiercings an den Mundwinkeln. Im Slang heißen sie Snakebites - Schlangenbisse.

Ritze, ratze, Emo!

Emos sind weltweit auf dem Vormarsch und absoluter Trend unter Jugendlichen. Der Begriff kommt von "Emotional", denn die in der Regel 14- bis 18-jährigen Anhänger lassen ihren Gefühlen freien Lauf und geben sich bewusst sensibel, melancholisch und introvertiert.

Dieser gefühlsbetonte, androgyne Lifestyle macht sie in den Augen vieler anderer Subkulturen zu "schwulen" Heulsusen, die keine Freunde haben und sich regelmäßig die Arme aufritzen. Am Berliner Alexanderplatz, wo sich jedes Wochenende die verschiedensten Jugend-Szenen wie Punks und Gothics versammeln, gehört der Spottruf "Ritze, ratze, Emo!" bereits zum Alltagsgemurmel.

Emotionen in der virtuellen Welt

Gegen diese weit verbreiteten Vorurteile wehrt sich Manuel Iber, Gründer der Online-Community Emostar.de, vehement: "Im Gegenteil, die Emo-Szene bringt viele Freunde und ich kenne keinen einzigen Emo, der sich ritzt. Diese Vorurteile entstehen wohl durch die vielen Eigenporträts von Emos im Netz, die ihre Bilder mit Rasierklingen und Blut verziehen. Doch das ist lediglich als eine Art von Kunst zu verstehen."

In der Tat sind Emos viel im Internet unterwegs. Ihr ständiges Schwanken zwischen Verzweiflung, Trauer und Liebe teilen sie in depressiven Gedichten, traurigen Songtexten, düsteren Fotos und Videos bei Myspace und Co. mit. Sie treffen sich in Online-Communities wie "Emo-Corner.com", "Emo-Community.de", "Emolovers.de" oder "Emostar.de", wo sie sich über die neueste Emo-Mode oder die angesagten Emo-Bands unterhalten und über Probleme austauschen. "So finden sie virtuelle Freunde, die oft zu echten Freunden mit engem Kontakt werden", meint Manuel Iber. In unserer Bildergalerie erzählen einige User von Myemo.net, was sie an dieser Szene so fasziniert.


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