Dschungelcamp: Lohnt sich das?
Eine Show soll überraschen, ganz und gar Unerwartetes bieten und Dinge auf den Bildschirm bringen, die die Welt noch nicht gesehen hat. Das war das heimliche Vergnügen bei "Ich bin ein Star, holt mich hier raus!". Gilt das Prinzip noch? Eine erste Bilanz:
Von Susanne Dickel
Die Stars und ihre Gründe
Wie schon alle vorher wussten, reisen nach Australien (fast) nur Promis, die eigentlich keiner kennt. Obwohl Daniel Lopes von seinem Bekanntheitsgrad recht überzeugt ist: "Ich war siebter bei DSDS vor zehn Jahren. Kennst du den 6., 5., 4.? Wenn man die Frage nicht beantworten kann, dann spricht das für mich." Dass er danach seufzt, zerstört seine ja sehr schlüssige Argumentationskette allerdings wieder.
Seit ein paar Tagen sind die Stars aber tatsächlich etwas bekannter, weil die "Bild" enthüllte, warum sie ins Camp gehen. Große Überraschung: Ein guter Anteil hat Dispo und die Geduld der Finanzbeamten bis zum Anschlag ausgereizt. Einige dürfen auch in die Kamera sagen, warum sie dabei sind. Vermutlich bekamen sie dafür vorab eine kleine Auswahl zum Ankreuzen, damit sich nicht alle Aussagen doppeln. Und so will Jazzy beweisen, dass sie doch ganz anders ist als alle denken, Rocco Stark freut sich auf die coolste Erfahrung seines Lebens und von Micaela Schäfer hat es angeblich eh jeder erwartet.
Die Moderatorensprüche
Die Witze von Sonja Zietlow und Dirk Bach haben ihr Verfallsdatum schon längst überschritten, wie dieser Dialog beweist: Bach: "Brigitte Nielsen hatte eine Affäre mit Arnold Schwarzenegger." Zietlow: " Ja, wer hatte die nicht?" Seitenhiebe auf Wulff gab‘s in den letzten Wochen auch mehr als genug. Wer dazu nicht was wirklich Neues bringen kann - können die Moderatoren nicht - mag sich Dieter Nuhr zu Herzen nehmen: einfach mal die Fresse halten.
Die Prüfungen
Mit neuen Prüfungen aufzuwarten ist in der sechsten Staffel schwer. Inzwischen haben wir bereits alles gesehen: Maden, die über zitternde Körper wuseln, fette Raupen, die mehr oder minder genüsslich verspeist werden sollen, Höhlen voller Schlangen und Spinnen, alles altbekannt. In der ersten Folge wurden Michaela und Rocco mit Krabbelzeug übergossen, in der zweiten Folge musste Kim ihre Arme in die Verstecke der Tiere stecken. Das ist bestenfalls Routine.
Neuer Erklärungsversuch
Andererseits kann Altbekanntes ja auch eine anheimelnde Atmosphäre schaffen. Vielleicht ist das der Grund, weshalb wir "Ich bin ein Star, holt mich hier raus!" gucken? In den unruhigen Zeiten von Euro-Krise und Pattex-Präsidenten erzeugen die immer gleichen Bilder wimmernder, dreckiger und sich ekelnder Promis das Gefühl, dass ja doch alles so ist wie immer. Ungefähr so wie "Dinner for One" nur eben auf Deutsch. Obwohl das ohnehin egal ist, denn sowohl "Dinner for One" als auch die Dschungel-Show kann man auch ohne Ton gucken, weil man sowieso schon weiß, was Zietlow, Bach und die Kandidaten von sich geben.
Und dann kommt sie doch noch, die Überraschung!
Andererseits wäre das doch sehr schade, denn dann würde man die ganzen Zankereien und Zickereien verpassen. Die fangen natürlich schon an, bevor irgendjemand auch nur einen Fuß in den Dschungel gesetzt hat. Und hier kommt doch tatsächlich noch das Unerwartete um die Ecke: Den ersten Schlagabtausch liefern sich nämlich nicht Kim Debkowski mit Radost Bokel, sondern Rocco Star mit Vincent Raven. Denn Rocco mag's halt gar nicht, wenn ihm einer an die (rasierte) Brust geht.
Ob die Camp-Bewohner so durchdrehen werden wie im vergangenen Jahr, als Sarah Dingens-Knappik aus dem Camp gemobbt wurde? Lassen wir uns überraschen ...
Mehr vom zweiten Tag im Dschungel sehen Sie in Bildergalerie.
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Leser-Kommentare (1)
Überlebenkunst
Wer mit einem statt Messer oder Axt, im Dschungel besser zurecht kommt, werden wir dann im Fernsehen sehen =)
BEITRAG SCHREIBEN
Am Samstag wird der Dschungelkönig gekürt. Wer ist Ihr Favorit?





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