Special K: Eine Droge erobert die Clubs
Eigentlich betäubt man mit Ketamin Schweine auf ihrem Weg zum Schlachter. Jetzt hat die Partyszene die Substanz für sich entdeckt. Mit "Special K" bringen sich Tanzwütige in einen Zustand, in dem man Musik anfassen kann
Es ist 20.30 Uhr. Martin* kniet im indischen Radjasthan auf dem Marktplatz. Er hört gebannt den Klängen eines Sitarspielers zu, beobachtet die Gaukler und genießt den Geruch der Gewürze in der Abendluft. Die Sonne geht gerade unter und taucht die Häuserwände in goldenes Licht. "Mann, war ich geflashed", sagt er nach seiner Rückkehr, langsam und gedehnt. Er richtet sich auf, seine erste Bewegung seit 25 Minuten. "Ich war da, ich war die Antenne, ich war mittendrin."
Martins Freund Chris dreht die Lautstärke der Musik wieder hoch. Dann legt er auf dem Couchtisch eine neue Linie des kristallinen Pulvers aus und zieht sie durch die Nase. Die goldene Buddhafigur auf dem Fernseher lächelt die beiden Männer auf dem Sofa an. Nach 45 Minuten endet das auf der Sitar eingespielte Lied. Chris' Hund tapst durch den schwach beleuchteten Raum und macht es sich im Korb bequem. Er hat mal eine Menge Gras gefressen, hat Chris erzählt. Seitdem bellt er nicht mehr.
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