Das Supertalent: "Ich will es den Kritikern zeigen"
Piero Esteriore will bei "Das Supertalent" den Durchbruch auf dem deutschen Musikmarkt schaffen. Im Interview erklärt er uns, wie er seine Chancen auf das Halbfinale einschätzt. Außerdem verrät er, was er über Chef-Juror Dieter Bohlen denkt und wen er für den ärgsten Konkurrenten hält.
Von Matthias Fiedler
MAX Online: Herr Esteriore, bei Ihrem letzten Auftritt haben Sie mit Ihrer Schmuse-Stimme Jury-Mitglied Sylvie van der Vaart zu Tränen gerührt. Chef-Juror Dieter Bohlen bezeichnete Sie gar als den besten Sänger der Show. Diesen Samstag entscheiden die Zuschauer, ob Sie ins Halbfinale einziehen, das am ersten Dezember-Wochenende stattfindet. Meinen Sie, das klappt?
Piero Esteriore: Es sieht ganz gut aus. Aber es liegt in den Händen der Fans und ist somit wohl auch etwas vom Glück abhängig. Wenn ich nicht weiterkomme, dann kann ich das nicht ändern. Mit der Musik aufhören werde ich deswegen aber nicht.
Dass Sie Talent besitzen, hatten Sie ja bereits 2004 bewiesen, als Sie beim Schweizer "Musicstar" auf dem dritten Platz gelandet sind. Dann kam im selben Jahr der Absturz beim Eurovision Song Contest und 2007 Ihre unrühmliche Fahrt ins Ringier-Verlagsgebäude. Standen Sie sich bisher vor allem selbst im Weg?
Ich habe in der Vergangenheit ein paar Entscheidungen getroffen, die ich im Nachhinein bereue. Der ungewollte Crash in die Vorhalle des Verlagsgebäudes gehört sicherlich dazu. Das ändert jedoch nichts daran, dass der Herr vom "Blick" meine Familie beleidigt hat. So etwas ist einfach nur respektlos.
Bei den Schweizer Medien sind Sie nachher nicht unbedingt auf Verständnis gestoßen.
Das stimmt. Aber ich wurde in dieser Sache völlig missverstanden und schnell in eine Ecke gedrängt. Plötzlich war ich nicht mehr Schweizer, sondern nur noch der unbeherrschte Italiener.
Inwiefern hat das Ihr Verhältnis zu den Medien verändert?
Eigentlich bin ich ein sehr offener und zugänglicher Mensch. Aber diese Art der Berichterstattung über meine Person hat natürlich Narben hinterlassen. Die brauchen Zeit, um zu verheilen. Ich bin deshalb auch zurückhaltender und vorsichtiger geworden, gebe nicht mehr alles aus meinem Leben preis. Privat bleibt jetzt privat.
Und das hilft?
Ehrlich gesagt, kümmern sich die Schweizer Medien nicht mehr weiter um mich. Das liegt wohl daran, dass ich in Deutschland jetzt wieder etwas Erfolg habe und ihnen damit beweise, dass sie mit ihren Einschätzungen über mich falsch lagen. Denn was Dieter Bohlen sagt, wird auch in der Schweiz genau verfolgt und respektiert.
Stört es Sie nicht, dass weniger über Sie berichtet wird?
Nein. So kann ich mich wenigstens in Ruhe auf meine Arbeit konzentrieren.
Dieter Bohlen war ziemlich begeistert von Ihrem Auftritt. Für Sie ist das Musikgeschäft nun kein Neuland mehr. Wie ernst nehmen Sie solche Lobpreisungen?
Dieter Bohlen redet nicht um den heißen Brei herum, sondern sagt dir klipp und klar, ob du gut oder schlecht warst. Das schätze ich an ihm und deswegen vertraue ich auf seine Meinung. Und wenn er findet, dass ich eine der besten Stimmen im Wettbewerb habe, dann glaube ich ihm das.
Dann brauchen Sie sich über die Konkurrenz ja keine Gedanken machen.
Mach ich auch nicht. Die größte Konkurrenz bin ich selbst. Wenn ich nicht meine Leistung bringe, ist es egal, wie gut oder schlecht die anderen sind. Dass so viele gute Leute in der Sendung auftreten, ist trotzdem von Vorteil. Es motiviert mich, noch härter zu arbeiten. Letztendlich ist es aber wie beim Fußball: Um zu gewinnen, musst du nicht nur eine gute Leistung bringen, sondern auch mental fit sein und eine gewisse innere Ruhe ausstrahlen.
Bisher hat "Das Supertalent" noch keinem der Gewinner zu einem nennenswerten Durchbruch in der Musikindustrie verholfen. Meinen Sie, das wäre bei Ihnen anders?
Die Chancen es in Deutschland zu schaffen sind in jedem Fall besser als in der Schweiz, da das Format hier mehr Zuschauer hat. Es geht mir auch weniger um den großen Durchbruch als darum, bekannter zu werden und mir mit der Musik eine Zukunft aufzubauen. Selbst wenn ich nicht Erster werden sollte, glaube ich, dass die Show ein guter Start ist, um auf dem deutschen Markt Fuß zu fassen.
Und es Ihren Kritikern zu zeigen?
Sicher ist das auch ein Ansporn für mich. Es wäre ja schlimm, wenn es nicht so wäre. Ich will natürlich den Leuten, die mich schlecht gemacht haben, beweisen, dass ich etwas drauf habe und Erfolg haben kann.
Was wollen Sie im Halbfinale singen?
Wahrscheinlich etwas Gefühlvolles, was, wie Dieter Bohlen meinte, mein Naturell am besten widerspiegelt. Eine romantische Ballade wäre sicherlich nicht verkehrt.
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