Das perfekte Model: Die sanfte Castingshow
"Das perfekte Model" will anders sein, besser sein, professioneller sein. Wirklich innovativ ist die Grundidee aber nicht: Berühmtes Model sucht Nachwuchsstar. Wir haben uns vor den Fernseher gesetzt, wurden zwar gut unterhalten, aber das schon-mal-gesehen-Gefühl nicht los.
Von Lara Wiedeking
In der neuen Serie auf Vox suchen das tschechische Model Karolína Kurková, ehemaliger Engel von Victoria's Secret und bereits mit 17 Jahren auf dem Cover der US-Vogue abgelichtet, und der deutsche Modelexport Eva Padberg, die schon für die Labels Ralph Lauren und Calvin Klein lief, nach dem "perfekten Model". Dabei sitzen die Models nicht nur am Ende des Laufstegs und warten auf Mädchen, die sich bewerben, sondern gehen "Model-Scouting" und suchen in Münster oder Düsseldorf nach frischen Gesichtern, hübschen Mädchen und hoffentlich dem nächsten Supermodel. Auf der Straße oder bei Modelagenturen suchen die beiden getrennt voneinander, denn "Das perfekte Model" übernimmt das Konzept von "The Voice of Germany": Jede Jurorin hat ein eigenes Team und coacht die eigenen Kandidatinnen. Dabei hoffen sowohl Eva, als auch Karolína, dass am Ende eines ihrer Mädchen gewinnt und "Das perfekte Model" wird.
Offene Castings mit Tipps
Die offenen Castings erinnern natürlich stark an "Germanys Next Top Model" (GNTM): Große, schlanke Frauen zeigen auf dem Laufsteg vor den Juroren, ob sie einen Funken Begabung haben. Dabei überzeugt Eva Padberg mit ihrer Guttenberg-Gedächtnisfrisur nicht so sehr wie Karolina Kurkova, die eine erfrischende Leichtigkeit und Natürlichkeit in die Sendung bringt, von der sich Heidi Klum, Chefjurorin bei (GNTM) noch eine ordentliche Scheibe abschneiden könnte. Apropos Abschneiden: Direkt in der ersten Sendung muss sich eine Kandidatin, Nina, von ihren langen Haaren trennen und bekommt einen Pagenschnitt - ohne vorher die Sicherheit zu haben, dass sie in die nächste Runde kommt. Allerdings gibt es sicherlich schlimmeres, als einen kostenlosen Haarschnitt von Eva Padbergs Haus-und-Hof-Coiffeur. Mit dabei war auch Keri Jackson. Eigentlich ein Mann, aber der lief - laut Aussage von Karolína Kurková - beim offenen Casting am besten von allen Teilnehmerinnen. Daher wurde Keri auch zum ersten Fotoshooting eingeladen.
Bereits in der ersten Sendung gibt es ein Fotoshooting - vier der sieben Todsünden sollen dabei abgelichtet werden. Hochmut, Zorn, Wollust und Völlerei wurden allesamt professionell in Gruppenbildern inszeniert. Dabei konnten einigen Teilnehmerinnen bereits Pluspunkte sammeln, andere vielen negativ auf. Einer 16-jährigen Kandidatin war schon beim ersten Shooting der Druck zu groß und sie stieg aus.
Ganz am Ende wurde dann ausgesiebt, ganz im Stil von Heidi Klum, nur ohne Fotos und weniger effekthaschend. Überhaupt setzt die Sendung in der ersten Folge nicht so sehr auf große Bilder, es wird nicht ständig angegeben mit den großen Laufstegen auf der Welt, die die Mädchen bald erobern werden. Keri Jackson zeigte den anderen Kandidatinnen dann noch einmal, wo auf dem Laufsteg der Hase langläuft - oder eher, wie er zu laufen hat. Für Nina hat sich der Haarschnitt übrigens gelohnt, sie ist in der nächsten Runde.
Noch nicht kultverdächtig
Ob "Das perfekte Model" Kultsätze wie "Drama, Baby, Drama" hervorbringt, bleibt fraglich. Auch ob Padberg und Kurková die nächste Adriana Lima oder Alessandra Ambrosio - beides erfolgreiche Großverdiener in der Modelbranche - finden werden, ist unklar. Neu ist das Format nicht, die große Überraschung kam während der Sendung auch nicht, auf einen Aha-Effekt warten wir noch. Aber wir fühlten uns für eine Abend ohne Alternativprogramm gut unterhalten und werden nächste Woche mal wieder reinschauen.
Mehr von der Show und den Models sehen Sie in unserer Bildergalerie.
- Hier können Sie einen passenden und weiterführenden Link zum Thema vorschlagen.





...mehr






