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Orgasmus beim Lesen: Cubitt  filmt:  Frau,  Buch,  Dildo  -  action!

Frauen kommen, lesen Bücher und kommen: Clayton Cubitt inszeniert weibliche Orgasmen im Video. Subtile Kunst oder voyeuristischer Porno?

Von Oliver Völkl

"Setz dir für das besser Kopfhörer auf!", rät der Künstler. Für das? Damit meint der 40-jährige Clayton Cubitt den ersten Teil seines heiß diskutierten Video-Projekts Hysterical Literature. Kopfhörer ersparen einem fragende Blicke erstaunter Bürokollegen oder aufgeschreckter Familienangehöriger sobald orgasmusbedingte Juchzer und laszive Seufzer den Raum durchfließen.

Orgasmus schwarz auf weiß

Die Idee des 40-jährigen US-Amerikaners ist so simpel wie interessant: Eine Frau, in diesem Fall die Pornodarstellerin Stoya, liest aus einem von ihr gewählten Buch, in diesem Fall dem Sex-mit-Toten-Opus Necrophilia Variations von Supervert. Währenddessen wird sie unter dem Tisch von Cubitts Assistentin mit einem Vibrator bearbeitet, so lange bis Stoya durch einen Orgasmus beim Vorlesen die Kontrolle verliert.

Zu sehen ist nur der jugendfreie Teil oberhalb der Tischplatte, die Szenerie allgemein ist minimalistisch, das Video in schwarz-weiß gehalten. Wer nur auf die Reaktionen der kommenden Vorleserin sehen will, kann getrost erst bei 5 Minuten und 30 Sekunden des knapp sieben minütigen Videos der session one einsteigen. Das wäre allerdings nicht im Sinne des Erfinders. "Es geht mehr um die Reise als das Ziel", stellte Cubitt bei "salon.com" klar: "Mich interessiert der Prozess mehr als das Resultat." Authentizität und Kontrolle sind für Cubitt die Schlüssel des Projekts - nicht der Klimax der Frau.

Millionen sehen Cubitts Werke online

Das erste Video der Hysterical-Literature-Reihe hat Cubitt bereits am 1. August 2012 bei youtube hochgeladen, seither haben es über 3,36 Millionen Nutzer weltweit gesehen. Mittlerweile sind fünf der insgesamt zehn abgedrehten Erotik-Literatur-Videos veröffentlicht worden. Die Frauen und die Bücher wechseln, das Prinzip bleibt: Frauen kommen, lesen und kommen dabei wieder. "Das Ende der Serie ist noch offen", sagt Cubitt.

Das Fazit von MAX: Das Projekt wird heftiger diskutiert, als die Orgasmen der Frauen im Video klingen. Die Frage "Ist das Kunst oder Pornografie?" darf jeder ganz subjektiv für sich beantworten. Da spalten sich die Meinungen.

Letztlich jedoch ist es nebensächlich: Die Videos polarisieren und sind interessant. Damit hat der gewiefte Cubitt sein eigentliches Ziel längst erreicht. Die Rezipienten reagieren (wie ist dem Provokateur übrigens herzlich egal) und Cubitts Name ist seit Monaten in aller Munde.

Sie dürfen den Kopfhörer jetzt wieder absetzen.

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