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Homeshopping de Luxe: In  Frauen  stecken  Millionen

Rund 70 Prozent der Kunden sind weiblich, 60 Prozent der Ware wird nach Saudi-Arabien geliefert. "Dort dürfen Frauen nicht Auto fahren und nicht ohne ihre Männer auf die Straße gehen. Sie bleiben zu Hause und schauen sehr viel Fernsehen

Das ist gut für unser Geschäft." Deshalb hat der TV-Manager in Saudi-Arabien gerade ein neues Logistikcenter eröffnet. Die restlichen 40 Prozent der monatlich insgesamt 10000 Pakete werden nach Kuwait, in die Vereinigten Arabischen Emirate, nach Oman, Katar und Bahrain verschickt. Sogar aus dem Iran treffen Bestellungen ein. "Nur in den Irak liefern wir nicht - zu riskant", so Trüschler. Wie viele Zuschauer Citruss TV tatsächlich hat, weiß niemand. "Es gibt in Nahost leider keine Einschaltquoten. Sporadisch werden manchmal ein paar Einwohner angerufen und gefragt, welche ihrer 200 Sender sie am Vortag gesehen haben, das war's."

Nun, zwei Jahre nach Kauf der Sendelizenz für 8000 Dollar, bereitet der Deutsche die Expansion vor. Mit seinem belgischen Partner Nicolas Bruylants, den er beim Kitesurfen kennenlernte und der, wie er, die Hälfte an Citruss TV hält, will Trüschler bald über den zweiten Satelliten in der Region, Arab-Sat, sein Programm ausstrahlen und dann Ägypten mit seinen 70 Millionen Einwohnern erobern, später auch Jordanien und Syrien. "Der folgende Schritt wäre dann ein englischsprachiger Ableger für die vielen Ausländer, die hier leben. Und dann kommt vielleicht ein Lifestyle-Programm mit Reportagen und Magazinen." Das Sortiment soll um Fitness- und Wellness-Produkte erweitert werden. "Hier fahren die Leute wegen der Hitze jeden Meter mit dem Wagen. Das Thema Übergewicht wird in den nächsten Jahren ein großer Markt werden."

Nur in eine Richtung will Trüschler auf keinen Fall expandieren: Europa. "Ich glaube, dort funktioniert der Luxusmarkt anders. Reiche Europäer verlassen sich eher auf Makler, wenn sie Yachten und Immobilien suchen. Oder sie gehen zu ihrem persönlichen Kosmetikstudio, wenn sie eine Creme brauchen. Hier, in Nahost, dagegen sind alle völlig aufs Fernsehen fixiert." Gut für ihn. Von Stephan Seiler


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