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Prestel Verlag Fab Fashion - Die Mode der Beatles

 

Beatles Fotoband: All  You  Need  is  Style?

Wer sie nur im Anzug kennt, sollte hier nochmal genau hinsehen. Paolo Hewitt öffnet mit "Fab Fashion" den Kleiderschrank der Beatles und zeigt uns den Stil einer Musik-Generation.

Von Teresa Fries

Unbekannt ist kaum eine der Fotografien, die Musikjournalist und Autor Paolo Hewitt in seinem Bildband zu den Beatles zeigt. Allerdings stellt er sie in einen neuen Zusammenhang, der die Beatles auf das Wesentliche reduziert - ihre Kleidung. Na gut, Songs wie "Yesterday", "Help" und "Let It Be" waren nicht schlecht, aber die gehen ja auf kein Foto ...

Fab Fashion. Die Mode der Beatles

Paolo Hewitt


Verlag: Verlag Prestel

Erscheinungsdatum: 2011

Preis: 39,95 Euro

Beschreibung: Gebundenes Buch, Pappband, 240 Seiten, 29,5 x 29,5 cm, 300 farbige Abbildungen


Was zunächst als etwas oberflächliche Möglichkeit erscheint, Bilder der Fab Four neu zu vermarkten, stellt sich tatsächlich als interessanter Einblick in die Persönlichkeit der Beatles, die Geheimnisse ihres Erfolgs und die ästhetische Kultur einer ganzen Generation heraus.

Vom "Teddy Boy" zum unmöglichen Anzug

Das erste ausführliche Kapitel widmet Hewitt vier jungen Rebellen in schwarzen Lederjacken und Röhrenjeans, die die Absätze ihrer Cowboystiefeln auf Liverpooler und Hamburger Bühnen donnern ließen. Ihre Haare trugen die Beatles damals im sogenannten "Teddy Boy"-Stil: An den Seiten zurück und vorne hoch zur Tolle gekämmt. So boten sie der allgemeinen Uniformität und ihrer Elterngeneration im wahrsten Sinne des Wortes die Stirn, bevor diese für den Rest ihrer Bühnenkarriere unter dem typischen Pilzkopf verschwand.

Als die Band im Anzug zu spielen begann, war das allerdings keineswegs das Ende der beatleschen Moderevolution - im Gegenteil: Was heute gerne als Schwiegersohn-Outfit bezeichnet wird, löste Anfang der 60er Jahre internationale Entrüstung aus. Die Haare zu lang, die Hosen zu eng, die kragenlosen Jackets äußerst unpassend. Solche Reaktionen können Stars heutzutage höchstens durch die Abwesenheit von Kleidung oder deren Fertigung aus rohem Fleisch erreichen.

Kostüme im stetigen Wandel

Das Buch dokumentiert in ausdrucksstarken Bildern, wie sich die Beatles immer wieder neu erfanden, kaum dass sich ein Outfit etabliert hatte und wie ihr Stil sich sowohl auf die europäische, als auch die amerikanische Modeszene auswirkte. Einzig die psychedelisch beeinflusste Phase der Band geht etwas unter. Hewitt schafft es in seinen Beschreibungen nicht, die überwiegend schwarz-weißen Fotografien in den tatsächlichen Regenbogenfarben erstrahlen zu lassen.

Letztendlich verdeutlicht der Autor jedoch, wie die Band sich durch ihre Mode ausdrückte und sich von allen anderen abgrenzte. Ihre Kleidung war "ein bedeutender Teil ihrer DNA". Er zeigt, wie die Beatles eine unlösbare Einheit bildeten und John Lennon dennoch immer wieder versuchte, sich abzuheben (übrigens meist durch eine Kopfbedeckung). Das Kapitel über die eigene Modeboutique der Beatles hält sogar für fortgeschrittene Fans noch Wissenswertes bereit.

Das Ende der Beatles war am Outfit ablesbar

Eindrucksvoll zeigt Paolo Hewitt auch, wie sich das Ende der Beatles an ihrem Äußeren abzeichnete. Ihre Outfits verloren an Originalität und Inspiration. Die Verbundenheit löste sich. "Die Kleider waren eingemottet und der Schrank fest verschlossen. Er sollte sich nie wieder öffnen."

Mehr von den Beatles und ihren Outfits sehen Sie in unserer Bildergalerie zum Fotoband "Fab Fashion".


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