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PR Lina van de Mars

 

Tuning: Nur  in  Unterwäsche

Lina Van De Mars ist ein echtes Kraftpaket. Es gibt anscheinend nichts, was sie nicht kann. Wir haben mit ihr über Nacktfotos im Playboy, schlecht gestochene Tattoos und die Mannsweib-Schublade gesprochen.

Von Julian Rohrer

MAX Online: Sie sind ja wirklich wahnsinnig eingespannt. Sie machen eine Menge Events, sind sozial aktiv, setzen sich für Peta ein - wie machen Sie das? Haben Sie mehr als die normalen 24 Stunden am Tag zur Verfügung?

Lina Van De Mars: Also ich habe leider nicht mehr als 24 Stunden am Tag, nur momentan relativ wenig Schlaf. Irgendwann habe ich dann Augenringe, weshalb ich immer tolle Make-up-Artisten dabei habe, die das übermalen dürfen. Aber letztendlich verteilt sich das auch immer ein bisschen. Ich bin musikalisch tätig, fahre gerne Autos - und schraube an Autos - und solche Sachen wie Peta oder "Race for Kids", wo Kartrennen für Kinder veranstaltet werden, das schiebe ich so rein oder mache es am Wochenende. Ich teile es meistens auf: In einer Woche geht es nur um Autos, dann eine Woche nur um Musik. Somit ist es gut durchzuhalten.

Haben Sie überhaupt noch Lampenfieber, wenn Sie mit Ihrer Punkband Payback5 auf die Bühne gehen?

Ich liebe es, auf der Bühne zu sein. Das ist immer das, was mir die Energie gibt. Ich bin selten so entspannt wie nach einem Auftritt auf der Bühne. Ich lasse einfach alles raus und bekomme gleichzeitig Energie vom Publikum zurück, die einfach lebenswichtig ist.

Lebenswichtig ist ein gutes Stichwort. Irgendwann haben Sie sich entscheiden, den "regulären" Weg der Uni abzubrechen. Was hat Sie letztlich dazu bewogen?

Zum einen meine Liebe zur Musik, denn ich wollte ja eigentlich eine Ausbildung bei einer Plattenfirma machen. Dann habe ich aber im Laufe des Jahres, als ich bei Sony gearbeitet habe, gemerkt, dass ich lieber selber Musikerin bin. Zum anderen die Uni an sich: Ich wusste, dass ich ein sehr praktisch veranlagter Mensch bin. Ich wollte etwas mit den Händen tun und nicht nur Bücher wälzen. Aber letztendlich hat mich meine Leidenschaft zu amerikanischen Oldtimern dahin gebracht, wo ich heute stehe.

Was würden Sie Eltern raten, deren Tochter nach Hause kommt und sagt: "Ich schmeiß die Schule, ich will so werden wie Lina Van De Mars"?

Ich habe tatsächlich Leute, die mir schreiben und mich fragen, wie man so wird wie ich. Ich denke, es ist ganz wichtig im Leben, dass man Ziele vor Augen hat und versucht, diese Ziele zu verfolgen. Man muss sich aber auch im Klaren darüber sein, dass die Ziele realistisch sein müssen. Viele vergessen, dass man erstmal hart arbeiten muss, bis man irgendwo landet. Mir sind die Sachen nicht zugeflogen. Ich setze mir allerdings auch immer neue Ziele, um nicht stehen zu bleiben. Die Schule fertig machen würde ich schon empfehlen. Ob jetzt unbedingt ein Studium oder eine Berufsausbildung sein muss, gehört letztendlich zum eigenen Lebenslauf dazu.

Zu Ihrem gehört auch diese Rockabilly-Sache - können Sie das für jemanden erklären, der da nicht drinsteckt?

Die enge Rockabilly-Szene ist schon sehr familiär. Da kennt jeder jeden. Natürlich splitted sie sich in Viertelmeilerennen oder Festivals, wo dann Bands spielen... ich bin selber gar nicht so sehr in dieser Szene aktiv. Ich bin jedoch meist Besucherin, ich liebe Rock'n'Roll und war früher mit Tolle und Petticoat unterwegs, auch wenn ich da inzwischen ein bisschen von abgekommen bin. Heutzutage hat Rock'n'Roll wieder ein ganz anderes Standing: Bei H&M gibt es sogar 50ies-Mode zu kaufen und immer mehr Leute begeistern sich dafür. Das ist schön, da die Szene dadurch größer und ein bisschen aufgesprengt wird.

Ein wichtiger Teil Ihres Lebens ist auch das Tätowieren. Was kam der dazu?

Ich habe ja viele Künstlerfreunde in Berlin, zufällig sind einige davon Tätowierer. Ich bin da schon vor zehn Jahren reingerutscht, habe mit einer Tätowiererin eine WG gehabt und so einige Ladenbesitzer kennengelernt. Das war somit einfach eine Sache für mich, die zu mir und meinem Freundeskreis gehört hat. Die letzten Jahre wurde das immer mehr zur Mode, was für mich von Vorteil ist, da mir die Leute anders begegenen. Sie wissen, dass das eigentlich ganz cool und nicht mehr verrucht oder irgendwie mit dem Knast verbunden ist.

Welches ist Ihr Lieblingsmotiv?

Eines meiner Lieblingsmotive - leider vielfach kopiert, aber dagegen kann man sich leider nicht schützen - sind die beiden Knarren, die ich habe. Die stecken ja quasi im Hosenbund und stammen aus einem alten Westernfilm. Da haben die Damen immer so einen Damencolt versteckt, das finde ich einfach cool und gefällt mir bis heute. Außen hui, innen pfui - schwer bewaffnet, obwohl es niemand mitbekommt.

Auf Ihrer Website haben Sie einen Leitfaden für Leute, die sich tätowieren lassen wollen, in dem Sie vor Gefahren warnen. Haben Sie selbst schlechte Erfahrungen mit Tätowierern gemacht?

Meine erste Tätowierung war ziemlich schlecht gestochen. Das habe ich erst später im Vergleich mit anderen, guten Tattoos festgestellt. Ich habe auf "ProSieben" eine kleine Sendung, bei der ich zumeist Frauen helfe, den passenden Tätowierer zu finden. Dadurch dass Tattoos Mode sind und ich ja schwer tätowiert bin, suchen Leute bei mir Hilfe. Da ich leider nicht die Zeit habe, jedem Einzelnen da Ratschläge zu erteilen, haben wir dieses Video gedreht. Sozusagen als Schubs in die richtige Richtung.

Apropos schubsen. Wie ist es als hübsche, junge Frau in dieser von Männern dominierten Werkstattszene unterwegs zu sein?

Ich brauchte auf alle Fälle Ellenbogen, das habe ich gelernt in den letzten Jahren. Ich musste doppelt so oft beweisen, dass ich was kann. Außerdem gibt es viele, die diese Toughness, die man an den Tag legen muss, mit der Mannsweib-Schublade verwechseln. Da möchte ich aber eigentlich gar nicht hin. Ich gebe auch zu, wenn ich Dinge nicht kann oder etwas lernen muss. Es gibt glücklicherweise sehr, sehr viele Männer, die das toll finden, einen unterstützen und einen mitmachen lassen. Die ist sogar die Mehrzahl.

Mitmachen "lassen"?

Ja, doch, gerade bei Umbauprojekten oder am Set, dann wissen die Leute hinter der Kamera alles besser - ich lass die machen, wenn's doch nicht klappt, lassen sie mich wieder ran und es geht es doch recht schnell und wird repariert.

Mitgemacht haben Sie gerade beim Pizzaflizza. Was hat Sie an diesem Projekt am meisten begeistert?

Also ich habe immer davon geträumt, irgendein altes Auto, das wirklich runtergerockt ist, wieder aufzubauen. Ich bin ja selber Hobby-Rennfahrerin, habe erst seit drei Jahren meine Rennlizenz und taste mich da jetzt hin zum Immer-schneller-werden. Ich habe selbst einen Mini, einen R56 in der VRLN im Einsatz. Letztendlich ist es einfach toll, an etwas herumzuschrauben, das eingesetzt wird. Das ist meine Wunscherfüllung.

Wo haben Sie sich persönlich in diesem Auto verewigt?

In den Schrauben, an denen mein Blut klebt (lächelt). Außerdem haben wir das Design zusammen ausgewählt. Und auch am Lenkrad.

Über ein zukünftiges Projekt wird im Netz viel spekuliert. Haben Sie vor, im Playboy alle Tattoos zu zeigen?

Also ich weiß, dass die Jungs das gerne sehen würden. Auf den Peta-Fotos bin ich zumindest in Unterwäsche, oben rum halb nackt, zu sehen. Ich finde, dass man - wenn ich mich jetzt ausziehe - schon alles gesehen hat. Dann wird es uninteressant. Und deshalb eine klare Antwort: Jetzt bleibt die Unterwäsche erstmal an.


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