Tata Nano: Billig-Auto
Klingt unglaublich, ist aber wahr: Das günstigste Auto der Welt kostet unter 1500 Euro.
Von Andrea Ege
Die gute Nachricht vorab: Wer auf der Suche nach einem neuen Fortbewegungsmittel ist, hat vielleicht bald die Wahl zwischen einem etwas schickeren Fahrrad oder einem Auto - und zwar zu mehr oder weniger gleichen Preis. Tata macht's möglich. Nein, diese Bezeichnung steht nicht für ein Auto in Babysprache, sondern für den Namen eines Fahrzeugherstellers aus Indien. Und der bringt das billigste Auto der Welt auf den Markt. Kostenpunkt: ca. 1500 Euro. Die schlechte Nachricht: Potentielle Käufer in Europa müssen noch warten.
Ratan Tatas jüngstes "Kind"
Tata Nano heißt das Wundermodell, mit dem die Inder den asiatischen Markt aufmischen wollen. Präsentiert wurde die tuckernde Sparbüchse das erste mal auf der Autoexpo in der indischen Hauptstadt Neu Delhi. Die damit einhergehende Marketingkampagne konnte fast von der Bild-Zeitung stammen: "Volksauto" wurde der Viersitzer dort genannt. 250 000 Stück will Tata zunächst produzieren. Langfristig erwarten die Hersteller eine Nachfrage von bis zu einer Million.
Nicht gerade stürmische 33 PS lassen die Fahrer jedoch eher die Freuden der Langsamkeit als die eines Geschwindigkeitsrausches entdecken. Der Zweizylinder-Motor verbraucht fünf Liter Benzin auf 100 Kilometer. Auch auf ihre Sicherheitsfeatures sind die "Tata-Isten" stolz und verweisen unter anderem auf den "metallischen Körper" des Autos, die Knautschzone, die wohl eher gegen null gehen dürfte, die Sicherheitsgurte und die "festen Sitze". Damit erfüllt das Auto laut dem Firmendirektor mit dem rasanten Namen Ratan Tata die indischen Sicherheitstandards.
Schleich-Ei für die Pygmäen-Familie
Soviel zu den inneren Werten. Das Äußere des Tata Nano erinnert stark an einen Smart: Bei den Abmessungen beschränkten sich die Entwickler auf eine Länge von 3,1 Metern, eine Höhe von 1,6 Metern und 1,5 Meter in der Breite. Nichtsdestotrotz ist der viertürige Mini-Bolide als Familienauto designt. Wo bei vier Personen im Inneren noch die von den Herstellern versprochene "großzügige Bein- und Kopffreiheit" und die komfortablen Passagierräume herkommen sollen, wird sich weisen.
Die Einführung des Tata Nanos ist für 2011 in Europa geplant. Zunächst muss sich das Schleich-Ei für die Pygmäen-Familie also erstmal im berüchtigt-chaotischen Verkehr Indiens behaupten.
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Leser-Kommentare (10)
2X im Jahr TÜV & AU
Ja Michael unsere wohlhabenden Politiker würden sagen: der muß 2X im Jahr TÜV & AU - und schon wärs vorbei -





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