Rinspeed iChange: Flexibles Schmuckstück
Der Rinspeed iChange bietet einen Ausblick auf das Auto der Zukunft. Er hat eine Karosserie, die sich an die Zahl der Fahrgäste anpasst. Doch das ist längst noch nicht alles.
Von Andreas Buchmann
"Ups, fast wäre ich über mein Auto gestolpert!" Dieser Satz fiel bei bisherigen Wagenbesitzern höchstens nach einigen Gläsern Alkohol. Beim iChange kann das auch nüchternen Fahrern passieren. Gerade mal 1,03 Meter ist die Öko-Flunder hoch. Solch niedrige Maße würden das Einsteigen durch Türen schwer bis unmöglich machen - jedenfalls bei normalen Autos. Beim iChange ist das kein Problem. Türen gibt es nicht. Einfach das Dach mit den Solarzellen aufgleiten lassen und den Wagen von oben betreten.
Der iChange stammt aus der Feder von Rinspeed-Chef Frank M. Rinderknecht. Der Schweizer ist ein Spezialist für Concept Cars und gilt als Visionär der Autobranche. Mit dem neuen Boliden will er die Autoindustrie revolutionieren. "Es ist klar, dass nur die Firmen überleben werden, die mit innovativen Konzepten den Anforderungen einer neuen automobilen Zeit begegnen", meint Rinderknecht. Herausgekommen ist der iChange, dessen Karosserie sich der Zahl der Fahrgäste anpassen kann. Sitzt nur der Fahrer im Auto, sieht der Wagen aus wie ein Blech gewordener Regentropfen. Wenn noch zwei weitere Passagiere mitfahren wollen, verbreitert sich das Heck und bietet zusätzlichen Platz - auf Knopfdruck, selbstverständlich.
iPhone ruft iChange
Apropos Knopfdruck: Langweilige Autos lassen sich per Zündschlüssel starten, etwas weniger langweilige Gefährte per Knopfdruck. Beim iChange wird der Motor per iPhone gestartet. Über das Apple-Handy steuert der Fahrer auch fast alle anderen Funktionen wie Informationssystem oder Musikanlage. Letztere stammt von Harman Kardon und nennt sich GreenEdge. Sie soll besonders leicht und energiesparend sein. Auch das restliche Interieur strotzt vor Coolness - von den Sitzen aus Hightech-Wolle bis zur Brennstoff-betriebenen Öko-Heizung.
Porsche-Überholer
Angetrieben wird der iChange von einem Elektromotor, dessen Leistungsdaten sich sehen lassen können. 220 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit reichen auf der Autobahn locker für die linke Spur. Der Sprint auf 100 km/h dauert laut Rinspeed nur knapp über vier Sekunden. Das genügt, um viele Porsche-Fahrer dieser Erde ziemlich dumm aus ihren Rindsleder-vertäfelten Abgasschleudern gucken zu lassen.
Als Grund für die Power der Rennflunder nennt Rinderknecht die Mischung aus geringem Gewicht und ausgefeilter Aerodynamik. Durch die Tropfenform und die geringe Höhe hält sich der perfektionierter Luftwiderstand in Grenzen. Und mit 1 050 Kilogramm wiegt der iChange etwa 400 Kilo weniger als ein Porsche Carrera.
Präsentation auf dem Genfer Autosalon
Bei den Umweltwerten hat der Porsche dann überhaupt keine Chance mehr. Denn der iChange fährt emissionsfrei. Ein Verbrennungsmotor wie bei vielen Hybrid-Autos gibt es nicht, der einzige Antrieb ist der Elektromotor. Wer die Öko-Perle mal ausprobieren will, sollte auf den Genfer Autosalon gehen. Dort präsentiert Rinspeed sein Concept Car der Öffentlichkeit. Am 5. März geht es los.
Die faszinierenden Details des iChange sehen Sie auch in unserer Bildergalerie.
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