mindset: Kfz-Revoluzzer
In der Schweiz entwickelt ein ehemaliger VW-Designchef ein umweltfreundliches Auto, wie es die Welt noch nicht gesehen hat.
Von Andreas Buchmann
Nichts ist beim Öko-Auto mindset normal. Das fängt schon beim Einsteigen an. Es ist egal, ob der Fahrer von links oder rechts zusteigt. Vorne befinden sich keine Einzelsitze, stattdessen erblickt das überraschte Auge des Erstbeschauers eine Art Sofa. Wer von rechts einsteigt, kann also einfach durchrutschen.
Die nächste Überraschung gibt es für die Hörorgane. Nach dem Losfahren erwartet das altbewährte Fahrer-Ohr den brummenden Sound eines Verbrennungsmotors. Falsch gehorcht! Nach dem Losrollen erzeugt der Zweisitzer Töne, die an das Rauschen eines Zuges erinnern. Für Tuning-Fans mit möglichst großen Auspufftöpfen und der Lizenz zum Wett-Röhren ist dieses Auto garantiert nichts.
Doch die Hobbyschrauber soll der mindset auch nicht ansprechen. Eher schon die Stadtfahrer, die ab und zu mal einen Ausflug ins Grüne unternehmen wollen. Denn neben seinem ungewöhnlichen Design überrascht das Auto mit seinen inneren Werten - und die werden jeden Menschen freuen, für den Klimawandel und Umweltschutz keine Begriffe sind, die erst für die übernächste Generation wichtig werden.
Motor zum Rausnehmen
Der mindset verfügt über eine Kombination aus Verbrennungs- und Elektromotor. Doch anders als bei bisher vorgestellten Hybrid-Autos leistet nicht das Benzin-Aggregat die Hauptarbeit, sondern die Lithium-Ionen-Batterie. Sie reicht für etwa 100 Kilometer. Doch bevor ihr der Saft ausgeht, greift der altbewährte Motor ein und lädt den Energiespender wieder auf. "Range Extender" heißt das beim mindset. Durch dieses Hin und Her zwischen den beiden Antrieben lässt sich die Reichweite auf Werte von heute gängigen Fahrzeugen erhöhen. Bei einer konstanten Geschwindigkeit von 120 km/h liegt der Verbrauch laut Hersteller bei weniger als vier Litern.
Sonniger Parkplatz bevorzugt
Wer häufig in der Stadt fährt, kann den Verbrennungsmotor mit wenigen Handgriffen herausnehmen und in der Garage stehen lassen. Die Batterie wird dann einfach an der nächsten Steckdose aufgeladen. Auf Ausflügen sollten die mindset-Besitzer auf sonnenüberflutete Parkplätze achten. Denn praktischerweise lässt sich die Auto-Batterie auch über Sonnenstrahlung aufladen. Und bei Bergab-Fahrten gewinnt das Fahrzeug einen Teil der Bremsenergie zurück.
Der Macher hinter diesem Auto ist ein alter Bekannter in der Autoszene. Es handelt sich um Murat Günak, den ehemaligen Design-Chef bei Volkswagen. Er sieht seine Mission darin, ein nachhaltiges, zeitgemäßes Alltagsfahrzeug zu schaffen - für Menschen, die Spaß am Fahren haben.
Teure Öko-Avantgarde
Über den genauen Erscheinungstermin und den Preis schweigen sich Günak und sein Team zurzeit noch aus. Ende 2009 soll es nach heutigem Stand soweit sein. Den Preis für das Gefährt vergleicht das schweizerische Unternehmen mit einem "gut ausgestatteten Mittelklassewagen der Premium-Marken". Die Summe dürfte sich also zwischen 40 000 und 50 000 Euro bewegen.
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Leser-Kommentare (1)
Mindset
Ja,haaalo wach,super Idee,Mindset.Lange Überfällig!!Nur,der Preis!Das Ami-Gewinndenken ist doch längst out!!












