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Lewis Hamilton: Shooting-Star

Er kam, sah und siegte: MAX Online traf den neuen Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton.

Von Andrea Ege

Er ist der Stern am Himmel des Formel-1-Olymp. Manche bezeichnen ihn gar als den neuen Schumi. Tatsächlich fuhr der 23-jährige MacLaren-Fahrer Lewis Hamilton in der vergangenen Saison schneller als der Kempener auf die höchste Stufe des Siegertreppchens in der Königsklasse des Rennsports. Am Ende verpasste er nur ganz knapp den Weltmeistertitel für das Jahr 2007. 2008 hat er es geschafft, er ist der jüngste Formel-1-Weltmeister aller Zeiten.

MAX Online unterhielt sich schon vor seinem Titelgewinn mit ihm über die Angst am Steuer, sein Leben an der Seite von Stars wie Naomi Campbell und seine Pläne für die Formel-1.

MAX: Innerhalb einer Formel-1-Saison wurden Sie zum absoluten Shooting-Star. Was ist das für ein Gefühl?

Hamilton: Ehrlich gesagt, denke ich manchmal noch immer, ich träume. Mein ganzes Leben ist völlig verändert. Anstatt mit meinen Freunden auszugehen, gehe ich jetzt zum Beispiel zu den GQ Awards und sitze an einem Tisch mit Kanyé West und Naomi Campbell. Es ist völlig verrückt, wenn man wie ich jahrelang MTV guckt und einem dann plötzlich Menschen wie Madonna, P.Diddy oder Paul McCartney die Hand schütteln und Hallo sagen. Und dann sehe ich am nächsten Tag mein Bild in der Zeitung und frage mich selbst: Wer ist das? Das bin doch nicht ich ...

Sie spielen selbst Gitarre und sind ein großer Musik-Fan. Welche Musiker sind Ihre All-Time-Favourits?

Lustigerweise bin ich in der Beziehung ziemlich altmodisch. Ich finde zum Beispiel Bob Marley großartig. Genauso wie Marvin Gaye, Jimmy Hendrix, Eric Clapton. Was moderne Musik betrifft, so höre ich am liebsten Hip-Hop und R&B.

Seit Sie so katapultartig in die Königsklasse der Rennfahrens eingestiegen sind, reisen Sie von einem Event zum nächsten. Wie verbringen Sie Ihre rare Freizeit?

So wie früher. Ich versuche, mich mit Freunden zu treffen oder spiele mit meinem kleinen Bruder Playstation. Autorennen natürlich. Das haben wir schon immer getan. Und ich war immer Kimi Räikkönen. Jetzt stehe ich oft neben ihm. Und bald gibt es womöglich ein F1-Spiel mit mir als Figur. Ist das nicht unglaublich?

Und wie fühlt sich das an im echten Leben als Rennfahrer, jener Moment, kurz vor dem Start?

Ich versuche, immer so entspannt wie möglich zu bleiben. Obwohl das nicht einfach ist. In dem Moment, in dem du ins Fahrerlager kommst und die ganzen Menschen dort siehst, wird dir bewusst, wie viel Arbeit und wie viele Erwartungen in dich gesteckt werden. Und doch. Sobald ich ins Auto steige, bin ich ganz entspannt. So entspannt, dass ich beim Qualifying schon öfter zwischen den Sessions im Auto eingeschlafen bin.

Wie sieht es mit dem Thema Angst aus?

Ich hab niemals Angst. Das blende ich aus.

Auch nicht, wenn Sie so wie in Montreal, während des Rennens mitbekommen, dass Ihr Freund Robert Kubica einen Unfall hatte - während sie das Feld anführten?

Nein, auch dann nicht. Natürlich fand ich es beunruhigend, auf den großen Leinwänden am Rand der Strecke die Bilder von dem Unfall und die herbeieilenden Helfer zu sehen. Dann fragte ich bei meinen Team nach, wie es ihm geht. Und als ich hörte, dass er nicht schwer verletzt war, machte ich einfach weiter. Man darf sich von so etwas nicht von seinem Ziel abbringen lassen.

Und wie war das bei Ihrem Crash auf dem Nürburgring?

Ziemlich aufregend, zugegebenermaßen. Als ich über den Asphalt hinaus schoss, und die Wand immer näher auf mich zukommen sah, dachte ich nur noch: Okay, das wird jetzt richtig weh tun. Gottseidank war es dann aber gar nicht so schlimm.

Als Rennfahrer genießen Sie nicht nur die Bewunderung Ihrer Fans, sondern haben für viele Kids in aller Welt auch eine Art Vorbildfunktion. Wie gehen Sie damit um?

Ich versuche immer, allen meinen Fans gerecht zu werden, mir immer Zeit zu nehmen und Ihnen soviel zu geben, wie ich kann. Ich kann mich dran erinnern, dass ich als Kind einmal bei einem Autogramm-Wunsch einfach stehen gelassen wurde. Das war ziemlich schlimm für mich. Und ich will das meinen Fans nicht antun. Vor allem, wenn ich sehe, wie aufregend es manchmal für sie ist. Ein Fan hat förmlich am ganzen Leib gezittert, als er mich um eine Unterschrift bat. Wenn man sowas sieht, lernt man ganz schnell, verantwortlich mit seiner Rolle umzugehen.

Wie kommt es dann, dass Sie als Rennfahrer Werbung für eine Marke wie Johnnie Walker machen?

Weil ich den Menschen zeigen will, dass man auch mit dem Thema Trinken verantwortlich umgehen soll und kann. Vor allem Jüngeren.

Und welche Ziele haben Sie sich für die kommende Formel-1-Saison gesetzt?

Weltmeister werden, natürlich.

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