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Gumpert Gumpert Apollo

 

Gumpert Apollo: Supercar

Es gibt Autos und Supercars. Eines der letzteren wird in Deutschland hergestellt und hört auf den eher ungewöhnlichen Namen Gumpert Apollo. Der Preis: 260.000 Euro. Ohne Mehrwertsteuer.

Von Andrea Ege

Schon der Auftritt des Sportwagens lässt keine Fragen offen: Ecken und Kanten erzählen von seinen inneren Kräften, die Scheinwerfer ähneln wilden Katzenaugen kurz vor einem Angriff, die Linienführung gleicht mehr einem Rennwagen als anderen Straßenautos. Das alles hat auch seinen guten Grund. Der Gumpert Apollo verfügt über 650 Pferdestärken und ein Drehmoment von beeindruckenden 850 Nm.

Realität gewordener Traum

Entstanden ist das exklusive Gefährt aus dem ziemlich ungewöhnlichen Traum eines Auto-Experten. Er wünschte sich einen Sportwagen, mit dem er kopfüber an der Decke eines Tunnels fahren kann. Also entschloss sich Roland Gumpert, ein neues Fahrzeug zu entwickeln. Dabei profitierte er eindeutig von seiner bisherigen Karriere: Er war federführend bei der Audi-Entwicklung der "Quattros" und erlebte später als Leiter von Audi Sport 25 Weltmeisterschaftsläufe und wurde viermal Rallye-Weltmeister.

Seit 2005 ist der 1944 geborene Autofan Geschäftsführer der Gumpert Sportwagenmanufaktur im thüringischen Altenburg und arbeitet an der Realisierung seines Traums. Mit Erfolg. In den letzten drei Jahren wurden 38 Fahrzeuge der Manufaktur verkauft. Das Ziel für das Ende dieses Jahres lautet 50 Stück.

Brachiale Beschleunigung

Definitiv eine Menge Arbeit für die rund 45 Mitarbeiter. Unter dem extremen Design wartet eine ausgefallene Technik auf mutige Fahrer: Ein Drehmoment von 850 Nm und 650 PS katapultieren den Sportwagen in 3 Sekunden von 0 auf 100 km/h und in 8,9 Sekunden auf 200 km/h. Erzeugt wird die Kraft von einem 4,2-Liter-Biturbo-V8-Motor. Ihr Ende erreicht sie bei einer Höchstgeschwindigkeit von 360 km/h.

Die Form des Designs folgt vor allem einem Zweck: bei einer Geschwindigkeit ab 270 km/h so einen großen Anpressdruck zu entwickeln, dass das Fahrzeug tatsächlich kopfüber an einer Decke fahren könnte. Doch schon bei einer normalen Fahrt fordert der Gumpert Apollo viel Einsatz vom Fahrer. Die Sitze sind nur wenig gepolstert. Die Schaltung erfordert eine Menge Kraft. Und die brachiale Beschleunigung wirkt sich deutlich auf den Menschen aus.

Arbeit am nächsten Traum

Nichtsdestotrotz erfüllt das Supercar als einziges Fahrzeug der Welt eine wichtige Voraussetzung: Es wird den Vorgaben der FIA und der Straßenzulassung gerecht. Und um seinen Traum weiterzuentwickeln, arbeitet Roland Gumpert derzeit an der nächsten Version: einem Gumpert mit Hybridantrieb, den er bereits dieses Jahr im Mai im Renneinsatz beim 24-Stunden-Rennen in Nürnberg getestet hat.

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