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Reiter Racing FIA GT1 - Maria Baerthel Reiter Team

 

FIA GT1: Interview  Maria  Baerthel

Kein Rennen ohne Fahrer, kein Fahrer ohne Auto, kein Auto ohne Techniker. Wie der Alltag in der Box aussieht, erzählte uns die angehende Ingenieurin Maria Baerthel.

Von Martin Haldenmair

MAX Online: Autorennen ist doch was für Jungs. Wie oft bekommen Sie als Frau das oder ähnlich blöde Sprüche zu hören?

Maria Baerthel: Eigentlich kaum. Es gibt ein paar Leute, die meinen 'He, du bist ein Mädchen, was willst denn du hier?' Aber das sind die wenigsten. Das ist wie in jedem anderen Job auch.

Müssen Sie denen dann extra zeigen, dass Sie was drauf haben?

Vor allem beim Aufbauen ist das oft schon so. Aber wenn sie mich erst einmal kennenlernen dann sehen sie schon, was ich alles kann. Da packe ich schon kräftig mit an.

Für was sind Sie als Technikerin dann beispielsweise zuständig?

Ich bin jetzt seit einem guten Jahr bei Reiter. Auf den Rennen mache ich beispielsweise Data Logging.

Also Messdatenauswertung am Computer. Was geht an einem Renntag sonst noch ab?

Dauerstress. Es gibt immer was herzurichten, es geht immer was schief. Man kann nichts voraussagen. Irgendwas passiert immer. (lacht)

Sobald ein Auto crasht und vielleicht auch noch ein anderer Fahrer reinrast, heißt es schnell sein. Ich überlege mit dem Team: Welche Teile könnten kaputt sein? Bevor das Auto reinkommt, suchen wir die betreffenden Teile zusammen und legen sie bereit.

Hier beim "Open Paddock" laufen die Besucher ständig rein und raus. Wie sehr stört Sie das als Ingenieurin, wenn Sie arbeiten?

Eigentlich gar nicht. Es wäre nicht schön, wenn einem ständig jemand über die Schulter schaut. Aber das ist mir bisher noch nicht passiert. Die Leute sind sehr motorsportinteressiert. Sie freuen sich, dass sie dabei sein dürfen und versuchen, nicht im Weg rumzustehen. Also das ist ziemlich ganz gut.

Was ist das Besondere am Nürburgring?

Zurzeit der ständige Wetterwechsel. Weil wir nie wissen, ob's regen wird oder nicht, ob wir im Rennen fünf Mal die Reifen wechseln müssen oder gar nicht. Die Mechaniker müssen noch konzentrierter arbeiten, die müssen die Reifen wechseln und wie der Blitz ums Auto. Bei Regen ist es natürlich gefährlicher.

Werden Sie im Motorsport bleiben?

Ich bin mir noch nicht sicher. Motorsport macht wahnsinnig viel Spaß. Aber er braucht so viel Zeit, dass man kaum zu Hause ist. Das ist der Nachteil. Ich hoffe schon, dass ich noch eine Zeit lang hier dabei bleiben kann.


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