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Mazda RX-8

Viertürer mit zwei Scheiben

Mazda ist der einzige Hersteller mit einem Kreiskolbenmotor im Angebot. Das beweist viel Mut, denn das Motorprinzip der drehenden, metallenen Scheibe um die zentrale Kurbelwelle galt seit der Erfindung durch Felix Wankel als zwar technisch brillant, weil anders als in einem konventionellen Hubkolbenmotor keine Auf- und Abwärtsbewegung in Rotation übersetzt werden muss, sondern der „Kolben“ (Rotor) die Kreisbewegung von vornherein ausführt. Große Laufruhe und Drehfreude sprechen für den Wankelmotor, der zumeist zwei Scheiben aufweist. Jahrelang bekamen die wenigen Hersteller die Probleme des Wankels nicht in den Griff: Hoher Verschleiß an den Dichtungslippen zwischen den einzelnen Kammern, hoher Öl- und Benzinverbrauch. Zusätzlich per Turbo aufgeladen, war der letzte Mazda-Wankel im RX7 alles andere als ein Kostverächter.

   Mazda beschränkt sich beim RX8 folgerichtig auf die reine mechanische Lehre. Viel Feinarbeit beschert dem Wankel mit seinen zwei Rotoren in der Basisversion 192 PS. Die von uns gefahrene Spitzenvariante hat einen leistungsfördernden, dritten Einlasskanal und kommt auf 231 PS – und dies mit einem Kammervolumen von zweimal 654 Kubikzentimetern.

   In der Fahrpraxis ist, verglichen mit herkömmlichen Motoren, Umdenken angesagt. Der Wankel ist in jeder Hinsicht anders. Das fängt erstens beim Geräusch an. Nur ein praktisch vibrationsfreies Surren ist nach dem Starten zu hören. Und beim Durcheilen des Drehzahlbandes läuft der Kreiskolbenmotor mit bemerkenswerter Leichtfüßigkeit. Selbst drehfreudige Vierzylinder-Sporttriebwerke wie der Honda S2000 wirken im Vergleich angestrengt und laut. Das Mazda-Geräusch weckt eher Assoziationen mit Motorradmotoren – nur böse Wankel-Skeptiker fühlen sich an eine Kreissäge erinnert.

   Zweitens bedingt der wankeltypisch kleine Hubraum ein stets deutlich höheres Drehzahlniveau, als man es bei gleicher Fahrsituation mit einem Hubkolbenmotor hätte. Das maximale Drehmoment von niedrigen 211 Newtonmetern liegt bei hohen 5500 Touren an, die Leistung sogar erst bei 8200 Touren. Entsprechend kurz ist das Sechsganggetriebe abgestimmt – meistens fährt man einen Gang höher als in anderen Autos. Bedingt durch hervorragende Laufkultur und unangestrengtes Geräusch aber verkommt das höhere Drehzahlniveau nicht zur akustischen Belästigung. Und wer es nicht eilig hat, kann den Mazda außerdem auch mit 1500 Umdrehungen ohne unwilliges Gebocke bewegen. Kräftigen Antritt bleibt der Wankel dann natürlich schuldig.

   Drittens kommt der Mazda-Motor wegen seines kleinen Volumens und natürlich der Wankelkonstruktion mit sehr geringen bewegten Massen aus. Kein Wunder also, dass der Mazda selbst für einen Sportwagen ungewöhnlich präzise am Gas hängt und kleinste Fußbewegungen in sofortigen Vortrieb umsetzt.

   Bis hierher also entpuppt sich der exotische Wankel als andere, aber sehr gute Kraftquelle. Den Benzinkonsum werden wir erst nach einem ausführlichen Test einordnen können.

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