SUCHE BEI MAX

HomeCityguidePopkulturLifestyleShop
Focus Online

Gordon Roadster

Tschechischer Traum

Welcher Autonarr träumt nicht davon, seine immer wieder skizzierten Traumfahrzeuge einmal realisieren zu können? Der slowakische Ingenieur Eugen Müller und fünf seiner Studienfreunde setzten die semesterweise ersonnenen Hirngespinste in die Tat um und bauten ihren Traumroadster Marke Gordon. Den gibt es jetzt zu kaufen – für knapp 80 000 Euro. Moderne Technik mit echt britischem Retrostyling – wer hätte gedacht, dass dieser Spaßmacher aus dem tschechischen Pilsen kommt?

Britische Gefühle

Ist es nun ein neuer Morgan oder nicht? Das Styling des Gordon Roadster katapultiert einen nicht erst mit dem Öffnen der knietiefen Kunststofftür zurück in die späten 20er-Jahre. Doch Eugen Müller will ein Abkupfern vom Morgan nicht gelten lassen: „Das Design des Gordon Roadster geht auf den tschechischen Aero aus den 30er-Jahren zurück. Von ihm wurden unter anderem der gesamte Frontbereich und die geschwungenen Kotflügel übernommen. Ein ähnlicher Morgan kam erst nach dem zweiten Weltkrieg rund 15 Jahre später auf den Markt.“

Abgesehen davon, wer zuerst auf der Welt war, Ei oder Henne, Gordon oder Morgan, der Gordon ist dem Engländer irgendwie ähnlich: endlos lange Motorhaube, steile Wundschutzscheibe mit drei winzigen Scheibenwischern, zwei Ledersitze, Wurzelholzarmaturenbrett, Speichenfelgen und das Ersatzrad mittig auf dem Heckdeckel thronend. Das ist der Stoff, aus dem die Roadsterträume sind. Mit einer Windmaschine an einem sonnigen, aber kühlen Frühlingsmorgen durch die Natur zu kutschieren – davon träumen viele ihr ganzes Leben lang.

Rahmen aus Aluminium

Der Rahmen des 4,07 Meter langen Gordon besteht aus Aluminium, die Karosserieteile aus leichtem GFK-Kunststoff. Dadurch konnte das Gewicht des Spaßmachers auf unter 1100 Kilogramm gedrückt werden. Wie es sich für einen Roadster gehört, ist die Stoffmütze nur für Notfälle und schützt einen vor den schlimmsten Wetterkapriolen. Ein echter Roadster wird sonst nur auf eine Art gefahren: offen. Das ist beim Gordon nicht anders.

Auch im Innenraum sieht man dem Tschechen nicht an, dass er ein Fahrzeug des dritten Jahrtausends ist. Das Armaturenbrett wird nicht nur von wunderbar historischen Einzeluhren und verchromten Metallschaltern geschmückt, sondern das dunkle Wurzelholz verbreitet selbst bei kühlen Frühlingstemperaturen noch eine wohlige Wärme.

Die Sitze lassen jedoch keinen Zweifel am modernen Anspruch. Statt schwammig-weicher Polster ohne jeden Seitenhalt oder Kopfstützen gibt es lederne Sportsitze mit kräftigen Wangen. Die könnten sogar aus einem Audi RS4 stammen. Sie sehen gut aus und fühlen sich gut an. Wie der gesamte Wagen ist auch der Innenraum nebst Armaturentafel und Sitzen reinste Handarbeit. Nach ein paar flott gefahrenen Kurven oder nach längeren Strecken weiß man den Sitzkomfort der Neuzeit zu schätzen.

Leser-Kommentare
BEITRAG SCHREIBEN

Überschrift

Name


Ihr Kommentar 
AGB

Beitrag abschicken