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Uwe Weber Golf Caddy Jet (1980)

 

Autotuning: Golf  Caddy  JET  (1980)

In acht Sekunden auf 250 km/h: Willy Müller, 57, wollte immer schon was Extremes zusammenschrauben. "Als Hobby habe ich mit Flugzeugturbinen rumgespielt", so der Kölner Ingenieur. An alten, russischen Triebwerken, die er auf Flugveranstaltungen dem Publikum vorführte. Doch wie transportiert man so eine Turbine von Event zu Event? Da kam die Idee mit dem Caddy, der nun – offiziell als Ladegut deklariert – das Triebwerk transportiert.

Und dass es auf der Pritsche des VW gut festgeschraubt ist, hat nicht unbedingt mit der Gefahr eines Diebstahls zu tun. Kuppelt Müller den 112-PS-Motor aus und startet das Triebwerk, walzt der VW mit geschätzten 1700 PS nach vorn. "Das schiebt dann enorm. Man wird in den Sitz gedrückt, spürt die Polsternähte, und es geht vorwärts, immer vorwärts."

Das Triebwerk spuckt Feuer und liefert genug Leistung, um mehr als 550 km/h zu fahren. Ein Mathematiker errechnete sogar einen möglichen Top-Speed von 874 km/h. "Aber man muss schon ein bisschen Vernunft walten lassen – 280 oder 290 km/h, dann ist Schluss." Seinen Pilotenschein musste Müller vor 22 Jahren aus Geldgründen abgeben, dafür rast er jetzt mit Jet-Antrieb über abgesperrte Strecken – denn eine Straßenzulassung gibt es natürlich nicht. "Ein Fehler, und die Triebwerkteile schmelzen dahin."

Insgesamt elf Monate schraubte der Ingenieur für Fahrzeugtechnik an Wochenenden und nach der Arbeit am schnellsten Caddy der Welt. Am schwierigsten bei der Konstruktion war es, die Steuerung für die russische Turbine so nachzubauen, dass sie alltagstauglich ist. Nach einigen Fehlschlägen, einem neuen Triebwerk (rund 4000 Euro), einem neuen Motor für den Caddy und viel Zeit in der Werkstatt läuft der Startvorgang nun automatisch: "Nach 14 Sekunden ist das Jet-Triebwerk einsatzbereit – dann geht's los."


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