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Continental GT Speed: PS-Monster  für  Bentley-Fan  Balotelli

Größenwahn auf vier Rädern: Die Speed-Version des Continental GT ist wie gemacht für Mario Balotelli. Der liebt Bentley und kann 200 000 Euro für 625 PS verschmerzen.

Von Gerd Stegmaier

Zuletzt war die extrovertierte Fußball-Skandalnudel Mario Balotelli noch in der "normalen" Version des Bentley Continental GT gesichtet worden - von der Tarnfarbenlackierung mal abgesehen. Das könnte sich schnell ändern, wenn der Irokesen-Italiener die aufgemotzte Speed-Variante seines Lieblingsfahrzeugs sieht.

Die ist fast so breit wie ein Doppelbett, duckt sich aber wie eine Raubkatze tief auf den Asphalt. Die Pranken der angedeuteten Vorderläufe enden in funkelnden runden Scheinwerfern. Sie rahmen einen zackig vergitterten Kühlergrill ein, gefühlt 18-mal so groß wie ein aufgerissenes Tiger-Maul. Dabei ist gar nicht von der typischen Raubkatzen-Marke Jaguar die Rede. Vor einem steht ein Raubtier deutsch-britischer Abstammung: der Bentley Continental GT Speed - wie geschaffen für Balotelli.

Allein 29 Blautöne für die reichen Käufer

Die metallisch glänzende Lackierung mit der überkandidelten Bezeichnung "Pale Sapphire" korrigiert den ersten Eindruck aber spielend von "martialisch-protzig" zu "sportlich-elegant". Es gibt übrigens für den Continental GT Speed allein 29 verschiedene "Blues" im Konfigurator und falls das nicht konveniert, vermutlich die gleiche Zahl an "silvers, blacks, whites ...".

Egal welches Sie wählen, für schlappe 204 561 Lotten ist der Protzer-Bentley zu haben. Für Balotelli gegen extra Aufpreis dann bestimmt auch wieder im Flecktarn-Look.

Da kann es schon mal passieren, dass Nachbarn, die einem im Skoda mit dem Hintern nicht eines Blickes würdigen, morgens bei Eiseskälte anhalten und das Fenster runterlassen, anerkennend die Mundwinkel rauf- und runterfahren um dann das Wort an den vermeintlichen Besitzer zu richten: "Ich fahr ja Porsche 911, aber das ist ne schicke Alternative. Toll, wirklich! Viel Spaß damit!"

Kräftige Statur, hohes Gewicht, unfassbarer Speed

Dabei ist der Continental doch auch nur ein Haufen Blech. Und davon jede Menge: Mit der Länge einer E-Klasse schafft er es, fast 2,4 Tonnen auf die Waage zu bringen. Aber wenn sein W12-Motor im Bug die Stimme erhebt, gucken alle, die vorher noch nicht den Kopf gedreht haben. Und wer hinter den ovalen Auspuffrohren im King-Size-Format steht, dem flattern die Hosenbeine.

Sechs Liter Hubraum und zwei Turbolader sorgen für einen reißenden Abgasstrom - mit Folgen. Vom Vorgänger-Continental berichteten Kollegen als dem vermutlich einzigen Fahrzeug mit dreistelliger Momentan-Liter-Verbrauchsanzeige bei Vollgas und 300 km/h auf der Autobahn. Bei vernünftiger Fahrweise sind im neuen GT Speed aber auch Werte zwischen 15 und 18 Liter im Schnitt erreichbar.

300 lässt sich derzeit ohnehin nicht fahren: Der Winterreifenaufkleber mahnt zu einer reduzierten Höchstgeschwindigkeit: "Nur" 250 km/h. Da sind die meisten anderen Autos selbst mit Sommerreifen abgeregelt. Unser Testwagen piept aber schon bei 210 km/h. Vermutlich haben die fürsorglichen Bentley-Mechaniker das Limit sehr vorsichtig eingestellt. Aber der Abzug bis dahin lässt keinen Zweifel, dass der Bentley die Werksangabe von 330 km/h auch erreichen würde. Nach 4,2 Sekunden beispielsweise sind bereits 100, nach neun Sekunden 160 km/h erreicht.

Klar, richtige Supersportwagen können das noch schneller, sehen dafür innen aber nicht aus wie eine Luxusjacht: Edelstes und Leder, aus dem vollen Metall gefräste Luftausströmer. Ein Augenschmaus.

Powerhebel sorgt für mächtige 625 PS

Der Wählhebel der Achtgangautomatik ist ebenfalls aus massivem Metall. Er lässt satte 625 PS und bis zu 800 Newtonmeter auf alle vier Räder los. Das geht eher mit einem angenehmen Gummi-Band-Effekt als mit hässlich ruckhafter Hektik einher. Beifahrerinnen schätzen das genauso wie die weit zu öffnenden Türen, die Frau auch mit hohen Hacken würdevoll aussteigen lassen.

Selbst gegen den unanständigen Verbrauch des Vorgängers haben die Briten Mittel und Wege gefunden: Einerseits braucht der Motor trotz 15 Mehr-PS etwa 15 Prozent weniger. Und andererseits haben die Ingenieure die Momentanverbrauchsanzeige, sagen wir, modifiziert: Sie ist jetzt nur noch zweistellig und lässt es im schlimmsten Fall bei 49,9 Litern bewenden. Egal. Wer sich den Balotelli-Bentley leisten kann, der pfeift ohnehin aufs Kleingeld.

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