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Autokunst: Nieten  und  Küsse

Was muss ein Auto haben? Eine einfache Frage: Reifen, Lenkrad, Motor, Türen und so weiter. Wie langweilig! Wir haben mehr: Kunst und Design.

Von Julian Rohrer

Mal ganz im Ernst: Einem hässlichen Auto widmet man doch keinen zweiten Blick, auch wenn es alle genannten Kriterien erfüllt, oder? Deswegen braucht ein Auto auch noch ein Design. Und manchmal bietet sich dieses designte Auto an, daraus Kunst zu machen.

Dies geschieht auf zwei Arten: Entweder wird das Auto selbst zum Kunstobjekt, oder es wird Teil eines Kunstwerks. Zum Anlass eines Charity-Events zur Aidshilfe stellte die Automarke Mini drei ihrer Autos namhaften Künstlern zur Verfügung, die daraus ihre ganz eigenen Kunstobjekte machten. Die Modeschöpferin Diane von Furstenberg bedeckte ihren Mini mit roten Kussmündern und erschuf ein feuriges Liebesmobil. Der Fashion-Designer Kenneth Cole konterte quasi mit dem technisierten Gegenteil. Nieten und gebürstetes Metall kreieren einen eher kalten Look. Eine weitere Sicht auf den Mini eröffnet der Kreativdirektor von Calvin Klein Francisco Costa, der edles, mattes Schwarz gewählt hat. Inwiefern der Kunstkenner und Autonarr dabei nur eine Fortsetzung des Autodesigns sieht oder doch eher eine Autokunstform, bleibt offen.

Die Bilder des amerikanischen Fotografen Garret Suhrie sprechen schon ein anderes Bild - auch ohne Auto. Dort spielt zwar ein Auto eine Rolle, doch passiert so viel drum herum, dass es beinahe als Teil der Kulisse wahrgenommen wird. Aber vielleicht ist es das ja tatsächlich? Das Bild des Schirmherren David LaChapelle der Maybach-Stiftung, die den jungen Künstler in das Mentorenprogramm aufgenommen hat, ist ja wohl purer Sex. Dort verkommt das Auto zur Bettstatt eines sich labenden Paares und rückt damit jedoch wiederum in den Fokus des Betrachters - toll! Auf dem zweiten Bild herrscht Endzeitstimmung und erinnert an die dunkle "Abtei im Eichwald" des Romantikers Caspar David Friedrich. In beiden Bildern steckt der pure Luxus, ja, bestürmt den Betrachter geradezu. In jedem Falle sind die Arbeiten überwältigend und fangen all das auf, was die Marke Maybach auszeichnet.

Und obwohl das Auto immer noch der Gebrauchsgegenstand mit einer klaren Funktion ist und bleibt, steht es in den Arbeiten der vorgestellten Künstler für mehr. Die Farben, Formen und Feinheiten machen es zu etwas ganz Besonderem.

Die Bilder der vorgestellten Arbeiten finden Sie in unserer Bildergalerie.

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