Auto Shanghai: Imponiergehabe
Klotzen, statt kleckern: Zwar schwächelt die Autoindustrie auch im Reich der Mitte, dennoch lockt China mit einer wachsenden Mittelschicht und einer luxus-liebenden Elite. Die Auto Shanghai 2011 eroberte beide für sich.
Von Markus Kastenhuber
Besser, größer, spektakulärer - der Plan 2011. Im Jahr 2009 präsentierten 1500 internationale Aussteller auf 170.000 Quadratmetern ihre neuesten Entwicklungen. Das wurde getoppt. Vom 21. bis zum 28. April 2011 öffnete die Auto Shanghai zum 14. Mal ihre Pforten für Fahrzeug-Hersteller dieser Welt. Die Ausstellungsfläche betrug dieses Jahr über 200.000 Quadratmeter, das ist eine Steigerung um circa 35 Prozent.
Innovation für Morgen
Das Motto der diesjährigen Messe war "Innovation für Morgen - Aussichten für die Automobilindustrie in einer sich ändernden Ära". Vor allem nach der globalen Finanzkrise ist es Zeit für eine Technologie-Revolution. Ganz besonders im Fokus der Hersteller waren umweltfreundliches Wachstum, verringerte CO2-Ausstöße und nachhaltige Entwicklung. Fahrspaß, Geschwindigkeit und Ausstattung sollen dabei aber nicht zu kurz kommen.
Luxusliebe
Passend für Chinas luxus-verwöhnte Oberschicht gab es eine eigene Ausstellungshalle mit High-end-Fahrzeugen, in der Modelle von Ferrari, Maserati, Aston-Martin, Bentley und Rolls Royce ausgestellt wurden.
Deutsche Autobauer setzten für den chinesischen Markt zunehmend auf Luxus. Die chinesische Oberschicht weiß deutsche Wertarbeit ohnehin zu schätzen. Die neuen Modelle und die Präsenz auf der Automesse sollten den Markt weiter festigen. Mit Umsätzen, von denen die Hersteller in Deutschland nur träumen können, ist China für viele, beispielsweise Volkswagen, bereits wichtigster Absatzmarkt weltweit.
Umweltliebe
Zentrales Thema, wie auf allen Automessen, war nach wie vor Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit. Zahlreiche Hybrid-Modelle zogen Blicke auf sich. Selbst der amerikanische Hersteller Ford präsentierte drei neue Elektroautos in Shanghai. Toyota machte mit dem Hybrid-Wagen FT-EV II von sich reden. Auch BMW entwickelte ein Hybrid-Auto exklusiv für den chinesischen Markt.
Klotzen statt Kleckern
Für die Hersteller ist der chinesische Markt wichtig. Ausgemachtes Ziel war es deshalb zu beeindrucken. Volkswagen beispielsweise präsentierte die Neuauflage seines beliebten New Beetle, während Audi den neuen Q3 zum ersten Mal der Öffentlichkeit zeigte. Auffällig ist außerdem, dass Underdogs wie Volvo und Citroën mit innovativen Designs und edlen Limousinen heiße Reifen fuhren.
Auch die chinesischen Hersteller wollten auffallen und sich etablieren. Es galt Selbstvertrauen und Können unter Beweis zu stellen, um sich mit der internationalen Konkurrenz zu messen.
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