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Alfa Romeo Alfa Romeo 8C Competizione

 

Alfa Romeo 8C: Dolce  Driving

Wenn es um Alfa Romeo still geworden ist, dann war das nur die Ruhe vor dem Sturm: Mit dem 8C Competizione melden sich die Italiener mit einem Supersportler zurück.

Von Sven Schulte-Rummel

Nein, es sind nicht die 450 PS, die 292 km/h Höchstgeschwindigkeit oder die Beschleunigung auf 100 km/h in 4,2 Sekunden, die den Besitzer eines Alfa 8C schmunzeln lassen. Es ist das Gefühl, eine Rarität zu besitzen. Es erzeugt ein süffisantes Lächeln der Überheblichkeit, so als hätte man Flavio Briatore seine Freundin ausgespannt - weil man weiß, dass sogar Formel-1-Rennfahrer und deutsche Topmanager keinen der nur 500 Supersportler bekommen haben. Denn Alfa stellt nur diese limitierte Stückzahl her, obwohl mehr als doppelt so viele Autonarren mit Blankoschecks wedelten, noch ehe der Preis von 160 000 Euro feststand oder Probesitzen möglich war.

Für Alfa kamen nur echte Freunde der Marke als Käufer infrage, die man sorgfältig aus 210 deutschen Bewerbungen aussuchte. 129 Bewerber erhielten von den Italienern einen Brief, den diese Käuferklientel nicht oft erhalten dürfte: leider nicht gewonnen. Vielleicht vertröstete er sie auch auf eine mögliche Cabrioversion, die für 2009 geplant ist. Doch immerhin 81 Modelle des Coupés werden 2008 nach Deutschland geliefert.

Ortswechsel: die Teststrecke Balocco des Fiat-Konzerns zwischen Mailand und Turin. Zwischen getarnten Fiat-Erlkönigen, alten Backstein-Fabrikgebäuden und historischen Vorbildern wie dem Alfa Romeo Tipo 33 Stradale steht der "Otto Tschi", wie die Italiener den 8C mit Stolz in der Stimme aussprechen und was für seine acht Zylinder steht. So wie ihn, nicht anders, sehen sie ihre Marke. Natürlich sind auch die anderen Alfa-Modelle sportlich - aber nicht reinrassig. Seine scharfen Seitenlinien und das steil abfallende Heck mit den Rundleuchten - wer die historischen Modelle kennt, sieht Andeutungen und Parallelen.

Tommelfeuer unter der Haube

Gerade die Alfaristi, die schon vor der Übernahme durch Fiat 1986 beim Autobauer in der Lombardei waren, haben das Leuchten von Schulkindern am Ferienanfang in den Augen. Endlich können sie wieder ihren Alfa-Wortschatz benutzen, etwa "trazione posterior" (Heckantrieb) und "costruzione leggera" (Leichtbau). Doch auch ihnen fehlen die Worte, wenn der Motor des Supersportlers anspringt: Über eine Sekunde säuselt er bei umgedrehtem Zündschlüssel, als atmeten die Zylinder langsam die 4,7 Liter ein. Dann hält er für ein Dutzend Millisekunden die Luft an, bevor das Oktett zum gemeinsamen Paukenschlag ausholt und verkündet, dass es losgehen kann.

Im Standgas ist es zuerst ein leicht-dumpfes Trommeln in den typisch tiefen Frequenzen eines italienischen Sportwagens. Doch drückt der Fahrer nur einen halben Zentimeter das Gaspedal, startet das Frontmotor-Orchester "con fuoco" (mit Feuer) sein Konzert. Der Motor, dessen Basis auch in den neuen Maseratis arbeitet, wurde nicht nur um einen halben Liter Hubraum vergrößert, sondern auch von den Sound-Ingenieuren verfeinert. Drückt man den Sport-Schalter in der Mittelkonsole, verschwinden zwei Klappen innerhalb des Auspuffs - und er wird laut, giftig, böse.

Italien hat mit dem Fiat-Konzern eigentlich nur einen großen Autobauer - und das ist sowohl von Vor- als auch von Nachteil: Denn ohne die Konzernschwestern Ferrari und Maserati wäre er jetzt nicht möglich gewesen, da er sich einiger Bauteile bedient und die Lücke zwischen dem dezenten Dreizack und dem aggressiven Hengst schließt. Auf der anderen Seite wäre er ohne Fiat vielleicht schon viel früher da gewesen, denn er verkörpert das, wofür Alfa früher stand: Immerhin baute man das schnellste Serienauto der Welt.


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