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Nico Klein-Allermann Cleo Van Eden

 

Cleo van Eden: Edelhure

Es ist anrüchig, es ist explizit, es ist... aufregend. Das Geschäft der Huren in Deutschland ist - trotz aller Legalität - immer noch anrüchig. Niemand will sie kennen, diese Parallelwelt, in die es den kleinen Mann ebenso verschlägt wie den weltbekannten Promi.

Von Julian Rohrer

Cleo van Eden ist eine von ihnen. Sie ist eine von etwa 400.000 Prostituierten in Deutschland. Aber sie ist nicht irgendwer, sondern eine sogenannte Edelhure. Sie ist in der glücklichen Position, sich ihre Freier mehr oder weniger auszusuchen, ohne Zuhälter arbeiten zu können und insgesamt ein sehr selbstbestimmtes Leben zu führen. Auch ihr Lebensweg ist einzigartig: Nach einer Ausbildung im Betrieb ihres Vaters mit eingeschlossenem BWL-Studium, merkte sie schnell, dass sie das Sitzen im Büro überhaupt nicht glücklich machte.


Cleo. Mein Leben als Edelhure


Cleo Van Eden und Ricardo Enrique


Verlag: Schwarzkopf & Schwarzkopf

Jahr: 2010




Der Weg zur Edelhure führte über den Status der Escortlady, was sie schon während dem Studium begann. Hart war die Zeit, als sie mit der Neuigkeit "Ich bin eine Hure" zu ihren Freunden und ihrer Familie gekommen ist. Mit ihrer Familie ist der Kontakt immer noch schwierig. Dennoch fühlt sie sich so gut wie noch nie in ihrem Leben. In ihrem Buch "Cleo. Mein Leben als Edelhure" kann sie der geneigte Leser über ein Arbeitsjahr hinweg begleiten - und erfährt so gut wie alles: Vom Privatleben bis hin zu verrückten Freiern mit Piss-Fetisch. Wir haben die Gunst der Stunde genutzt und Cleo van Eden zum Interview gebeten.

MAX Online: Sie schreiben in Ihrem Buch über lustige Laute, die von Freiern abgegeben werden. Was war der schrägste Kosename, der Ihnen gegeben wurde?

Cleo van Eden: Schräge Kosenamen habe ich eigentlich noch nie bekommen, aber meine Gäste geben mir komischerweise unabhängig voneinander die gleichen Kosenamen, am häufigsten ist Cleopatra, Schneewittchen und Pocahontas, also alles ganz harmlos.

Welche Klischees über Sex konnten Sie bestätigen, welche nicht?

Ich kann dabei ja nur für mich sprechen, aber ich muss leider zugeben, die Größe ist wichtig, nicht nur die Technik! Und was ich mich schon immer gefragt habe, seitdem ich diesen Job mache: Warum wollen so viele Männer in die Ohrmuschel der Frau ihre Zunge reinstecken?! Das gefällt keiner Frau, glaubt mir!

Was bedeutet Ihnen Respekt? Wird er Ihnen überhaupt entgegengebracht?

Respekt bedeutet für mich, dass man jeden Menschen so behandelt, wie man auch behandelt werden möchte. Von meinen Kunden wird mir oft sogar sehr viel Respekt entgegengebracht und sie behandeln einen sehr zuvorkommend. Dass ein Kunde mir respektlos gegenübertritt, kommt sehr selten vor und wenn, dann weise ich ihn sowieso sofort ab. Diese seltenen respektlosen Kunden sind meist südländischer Herkunft, vielleicht hat diese Art Respektlosigkeit etwas mit deren allgemein gültigen Frauenbild zu tun.

Ist es schwer, sich manchmal das Lachen zu verkneifen?

Ja es gibt schon Situationen in denen ich mir das Lachen verkneifen muss, z.B. wenn der Mann sehr komische Laute von sich gibt, aber ich habe gelernt damit umzugehen. Und wenn ich als Domina arbeite darf ich meist sogar über den Kunden Lachen, denn die Erniedrigung gehört oft zum Spiel dazu.

Haben Sie den Respekt vor Männern verloren?

Ich habe nicht unbedingt den Respekt verloren, mein Männerbild hat sich jedoch sehr verändert. Ich hätte vorher nicht geglaubt, dass der Mann doch so sehr von seinem Trieb gesteuert wird. Es gibt sicherlich Ausnahmen, aber ich würde annehmen, dass ein Großteil der Männer nicht treu sein kann, denn schließlich sind etwa 90 Prozent meiner Gäste vergeben oder verheiratet. Den Respekt verliere ich nur bei gewissen Kunden, die meist sehr devot sind und mit denen ich schon sehr ausgefallene und für den Kunden sehr erniedrigende Spiele mache.

Aber dort ist der Verlust des Respekts auch nur für den Moment vorhanden, sobald die Session vorbei ist, unterhalte ich mich wieder ganz normal mit dem Kunden und habe wieder Respekt vor ihm. Denn ich denke jeder Mensch hat es verdient, dass man ihm Respekt entgegenbringt. Egal ob er eine Prostituierte ist, homosexuell, jemand mit außergewöhnlichen sexuellen Vorlieben oder einfach anders als die "normale" Gesellschaft.

Was halten Sie von Frauenrechtlerinnen wie Alice Schwarzer?

Ich denke, dass Frau Schwarzer im Allgemeinen Prostitution bestimmt nicht unterstützen würde, eben weil Frauen dadurch meist zu einem Sexobjekt degradiert werden und viele auch heutzutage sicherlich noch von Zuhältern dazu gezwungen werden. Da bin ich natürlich der gleichen Meinung - Zuhälterei würde ich nie unterstützen. Aber auf der anderen Seite würde sie sicherlich auch einen Teil meines Weges unterstützen. Denn ich bin eine selbstbestimmte Frau, die weiß was sie in ihrem Leben will und sich von der Gesellschaft nicht von ihrem Weg abbringen lässt. Ich verdiene zwar mit Sex mein Geld, aber ich bin mein eigener Chef und lasse mir von keinem Mann etwas sagen.

Welche Männer, welche Frauen finden Sie erotisch?

Ich finde Frauen erotisch, die Ausstrahlung haben, bei denen ich merke, sie fühlen sich in ihrem Körper wohl und dabei muss es nicht ein Size-Zero-Körper sein. Zum Bespiel Eva Mendes und Kim Kardashian gefallen mir sehr gut. Bei Männern finde ich sehr stark durchtrainierte Körper, plus ein schönes Gesicht, gepaart mit sympathischer Bad-Boy-Ausstrahlung gut, mein absoluter Traummann wäre The Rock - aktuell gemeinsam mit Eva Mendes im Kino zu sehen, eine Traumpaarung (grinst verschmitzt).

Ist es frustrierend, lediglich als Sexobjekt wahrgenommen zu werden?

Nein, ich sehe mich nicht als Sexobjekt. Denn oftmals geht es meinen Kunden nicht nur um Sex selbst, sondern eher um die Nähe und auch darum nette Gespräche zu führen. Viele Kunden sehen nicht nur das Äußere einer Frau, sondern bewundern ebenso die Intelligenz der Frau. Klar gibt es Gäste, die nur beim Anblick von mir gleich anfangen zu sabbern und ihre Finger nicht mehr bei sich behalten können, aber die meisten Kunden möchten auch wissen, was für ein Mensch hinter der attraktiven Hülle steckt. Und wenn wir mal ehrlich sind, geht es ja beim Sex und somit bei meinem Job auch um Attraktivität und um die Befriedigung der männlichen Bedürfnisse, da kann ich es den Männern nicht übel nehmen, wenn sie mehr an meinem Busen als an meinen Augen interessiert sind.

Hier geht es zu den sexy Bildern von Cleo Van Eden.

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Leser-Kommentare (2)
Markus (06.01.11 - 14:34)
Flashback

Interessantes Interview mit Frau Van Eden - nicht zu verwechseln mit der anderen Edelhure oder Kurtisane Vanessa Eden. Kennen sich die beiden Damen persönlich? Zweite war ca. 2008 ebenfalls sehr umtriebig mit Öffentlichkeitsarbeit.

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