Vanessa del Rio: Pornoqueen
Anrüchig, verführerisch und sexbesessen. So blickt Vanessa del Rio in die Kamera. Sie hat sichtlich Spaß an ihrer Arbeit.
Von Kerstin Kotlar
Vanessa del Rio war die erste Latina, die es im Amerika der 70er-Jahre an die Spitze schaffte. Denn neben Spitzenwäsche besaß Anna Maria Sanchez den Willen, sich nicht von Männern unterdrücken zu lassen. Sie wurde 1952 in Harlem geboren. Ihr Vorbild war Sexsymbol Isabel Sari, die ebenfalls hispanischer Abstammung war.
Angefangen hat Vanessa del Rio mit 150-Dollar-Streifen und schon damals hatte sie Spaß am Sex vor der Kamera. "In den Siebzigern war es eine Form der Rebellion alles auszuprobieren", so die Porno-Darstellerin. Und sie revoltierte, bis die Bettfedern quietschten. Sie kam genau richtig. Da die erste Sex-Königin Linda Livelace 1974 ihre Strapse auszog, verlangte die Porno-Industrie nach einem neuen Star. Die Fans liebten ihre wilde Liebeskunst auf dem Bildschirm.
Merkwürdige Regisseure
Das alles beschreibt Dian Hanson in dem großformatigen Werk, das Vanessa del Rio gewidmet ist. Die Autorin plauderte lange mit der heute 55-Jährigen und erzählt ihre Geschichte freimütig mit vielen pikanten Details. Für del Rio kam der Sex noch vor dem Geld, das sie damit verdiente. Trotzdem machte sie auch negative Erfahrungen. "Es gab einen merkwürdigen, geilen Regisseur, der nur vorgab ein Casting zu veranstalten, um einen geblasen zu bekommen", erzählt das Sexsymbol.
Das Buch zeigt verruchte und erotische Szenen aus ihren zahlreichen Filmen wie beispielsweise "Platinum Paradise", "Babylon Pink" und "The Filthy Rich". 120 Pornostreifen später hat sich Vanessa del Rio 1986 aus dem aktiven Sexfilmgeschäft zurückgezogen. Trotzdem ist sie immer noch ein Erotik-Idol, das keine ethnischen Grenzen kennt. Auf ihrer Homepage gibt sie nach wie vor jede Menge schlüpfriger Tipps.
Das Buch: "Vanessa del Rio" von Dian Hanson, erschienen im Taschen Verlag. Sammleredition, 1300 Exemplare, nummeriert und signiert, plus DVD, Preis 350 Euro.







