SUCHE BEI MAX

HomeCityguidePopkulturLifestyleKreativ
Marcel Schaar Natürlich perfekt

 

Marcel Schaar: Perfekt

Die Bilder von Marcel Schaar sind eine leidenschaftliche Liebeserklärung an die Schönheit der Frau. In seinem Exklusiv-Shooting für MAX zeigt der Hamburger Fotograf, wie man Natürlichkeit bis ins letzte Detail perfekt inszeniert

Irgendetwas ist anders. Ganz anders als man es schon so oft gesehen hat. Ihr Gesicht? Zwischen Sienna Miller und Sharon Stone, aber eigentlich will man es gar nicht mit den Gesichtern anderer Frauen vergleichen, es reicht völlig aus, es einfach nur zu sehen. Ihre Haut? Strahlend, als hätte sie den Sommer noch nicht vergessen. Der Körper? Definierte Oberarmmuskeln, unendlich lange Beine und auf dem Weg dahin zwei tadellose Brüste. Eine Schönheit. Ganz einfach perfekt.

Schaut man die Bilder des Hamburger Fotografen Marcel Schaar allerdings ein wenig länger an, entdeckt man etwas anderes, Besonderes darauf: Selbstverständlichkeit. Oder besser: Natürlichkeit. Das ist selten in der erotischen Fotografie, in der Frauen gern diktatorischen Regeln unterworfen werden. Und Posen einnehmen müssen, in denen sie sich nicht wohlfühlen. Man sieht: Eine Frau, die aussieht, wie sie selbst. Bilder eines Fotografen, der es hinbekommt, eine Frau und das, was sie mitbringt, zum Leuchten zu bringen. Man sieht nicht das Geschöpf eines Fotografen.

Eine Kunst, die darin besteht, sich selbst so unsichtbar wie möglich zu machen, verlangt jede Menge Handwerk. Und verträgt keine Spur Eitelkeit. Marcel Schaar stört das herzlich wenig. Es sind die Frauen, die den 32-Jährigen interessieren, nicht seine eigene Originalität: "Ich stelle mich nicht in den Vordergrund. Ich mag dieses Rumgepose nicht, das ist nie mein Ding gewesen. Ich lasse die Frauen so sein, wie sie sind. Deshalb sage ich meinem Model auch gar nicht so viel. Ich liebe es, die Frauen einfach machen zu lassen. Und dann im richtigen Moment abzudrücken. So kriegst du die Natürlichkeit aufs Bild", sagt Schaar, "du gibst ihnen das Gefühl, dass es etwas sehr Selbstverständliches ist, was da passiert."

Dass sich diese Natürlichkeit nicht inmitten von Wiesen, Wäldern und Heuballen entfaltet, sondern vor schnörkellosem Grau, das ist die andere Seite von Schaars Bildern: Natürlichkeit, aber perfekt inszeniert. "Clean", wie er es nennt. Mit 16 Jahren hat er seine erste Kamera geschenkt bekommen. Mit 24 macht er sich selbstständig, assistiert bei verschiedenen Fotografen und lernt dabei auch die Genauigkeit der Werbefotografie, die Grammatik seiner Bildsprache, den Sinn für Details: Kein Schatten, der nicht genau so fällt, wie er es will. Das Licht ist auf den Millimeter gesetzt. Der Anhänger der Kette endet genau dort, wo er enden soll. "Wenn du dir ein Bild anguckst, und du findest ein Detail, das nicht passt, funktioniert das ganze Bild nicht mehr. Erst wenn alles andere perfekt ist, kommt die Natürlichkeit der Frau wirklich zum Strahlen. Deshalb bastele ich so lange herum, bis alles sitzt. Das ist bei mir wie beim Tanken. Ich kann nicht für 29,60, sondern nur für 30 Euro tanken. Ich bin nur zufrieden, wenn wirklich alles rund ist."

Alles rund ist es genau dann, wenn die Frauen bei seinen Shootings das Gefühl haben, Göttinnen zu sein. Wenn man ihre Bilder sieht und nicht denkt: Wow, was für geile Brüste. Sondern: Wow, was für eine Frau. "Im Zweifelsfall", sagt Schaar mit einem unschlagbaren Grinsen, "geht aber auch beides."

Okka Rohd Bildergalerie

Mehr Fotografien von Marcel Schaar in der MAX Ausgabe 11 und unter www.marcelschaar.de.

PASSENDES IM NETZ
Leser-Kommentare
BEITRAG SCHREIBEN

Überschrift

Name


Ihr Kommentar 
AGB

Beitrag abschicken