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Christian Feist 2010 Christian Feist

 

Christian Feist: Schöne  im  Schein

Eine aus Neun: Zu exklusiven Bildern eines Models aus dem Band "9 Women" spricht MAX mit Christian Feist über den "Migräne"-Blick, Lichtkomposition und Helmut Newton.

Von Kerstin Kotlar

MAX: Wie sind Sie als Diplombauingenieur zum Fotografieren gekommen?

Christian Feist: Das Studium fand ich immer interessant und vielseitig, es war aber zwangsläufig doch sehr techniklastig. Zum Ausgleich habe ich dann angefangen zu fotografieren, anfangs hauptsächlich Stadtaufnahmen von den größeren Städten in der Umgebung, später auch Porträts von Freunden und Bekannten. Am Ende des Studiums war mir dann klar, dass ich lieber hinter der Kamera bleiben möchte, anstatt auf Baustellen zu arbeiten. Mein Diplom habe ich natürlich trotzdem noch gemacht.

Seit wann fotografieren Sie Akt?

Das hat Ende der 90er angefangen, als ich schon ganz ordentlich fotografieren konnte, und meine Fotos auch selbst in meiner eigenen Dunkelkammer verarbeitet habe.

Was ist für Sie das Besondere dieses Fotografiebereichs?

Dass die Models nackt sind? Nein im Ernst, für einen Fotografen ist Aktfotografie gar nicht so etwas Besonderes. Bei den meisten guten Aktfotos ist es aus künstlerischer Sicht eigentlich relativ unwichtig, ob die Models nackt oder bekleidet sind, die Bildwirkung hängt ja hauptsächlich von Mimik, Körperhaltung, Lichtführung und Bildkomposition ab. Helmut Newtons Arbeiten sind da ein gutes Beispiel: Stellen Sie sich die Models beim Betrachten seiner Fotos einfach mal bekleidet vor. Sie würden immer noch "funktionieren", nur das öffentliche Interesse wäre geringer.

Bewundern Sie Newton als Vorbild?

Helmut Newton wie auch Peter Lindbergh halte ich im Bereich Porträt- und Aktfotografie für hervorragend. Ich habe einen riesigen Respekt, aber Bewunderung fände ich etwas übertrieben. Sie haben die Fotografie unglaublich bereichert, aber nicht die Welt gerettet. (lacht) Helmut Newton verstand es wie kein anderer, Fotos durch Bildkompositionen so zu gestalten, dass sie eine unglaubliche Wucht haben. Er hat Inszenierungen von solcher Dynamik und Kraft erschaffen, wie keiner nach ihm - obwohl wir heute dank technischem Fortschritt eigentlich viel größere Möglichkeiten haben.

Was macht für Sie ein gutes Akt-Foto aus?

Ein Foto finde ich dann gut, wenn es mich so fesselt, dass ich es lange betrachten möchte. Es muss dazu entweder unheimlich ausdrucksstark und spannend oder einfach außergewöhnlich schön sein. Außerdem muss es fotografisch auf einem angemessenen Niveau umgesetzt sein.

Ob ein Foto wirklich gut gemacht wurde, sieht man meistens nur bei großformatigen Prints bzw. hohen Auflösungen. Die Details wie gezielt gesetzte Schärfe/Unschärfe, Zeichnung in hellen und dunklen Bereichen, angenehme Hauttöne ohne hässliches Farbrauschen ... sind es, die den Unterschied zwischen einem "ganz netten" und einem "guten" Foto ausmachen. Das Beachten und Beherrschen aller Faktoren ist die eigentliche Kunst der Fotografie. Ich bin in dieser Hinsicht sehr altmodisch.

Gilt das auch für das Licht in Ihren Bildkompositionen?

Da bin ich eigentlich ein Fan von Available-Light, weil es natürlicher und stimmungsvoller ist. Ich gebe mir deswegen immer sehr viel Mühe, die Blitzköpfe oder Aufheller so zu setzen, dass ein Laie den Fotos möglichst nicht ansieht, dass ich technisch nachgeholfen habe.

Aufhellblitze zur Kontrastkontrolle sollen möglichst überhaupt nicht bemerkt werden, Hauptlichter sollen so wirken, als würden sie durch die Sonne oder eine "echte" Lampe entstehen.

Wie der Erotikfotograf seine Models auswählt, erfahren Sie auf der nächsten Seite.

Exklusive Bilder einer der "9 Women" von Christian Feist präsentiert unsere Bildergalerie.


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