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Reuters Vegetarierfestival Phuket

 

Vegetarier-Festival: Piercing  à  la  Phuket

Nadeln, Schwerter, Sägen, ja sogar Pistolen treiben sich einige Gläubige durchs Gesicht und andere Körperteile beim Vegetarier-Festival auf Phuket im Oktober. Die "Mah Song" glauben sich so, von Sünden zu reinigen. Andere Regeln, wie der Verzicht auf Sex sind dagegen harmlos.

Von Martin Haldenmair

"Vegetarian Festival" heißt die Veranstaltung international. Sie findet im neunten Monat des chinesischen Mondkalenders statt, das ist 2012 die Mitte des Oktobers. Wer daran teilnimmt, muss eine strenge, vegetarische Diät einhalten - daher der Name. Bekannt ist das Festival allerdings für die Teilnehmer, die sich mit scharfen Klingen selbst verletzen und sich mit mehr oder weniger spitzen Gegenständen die Mundparty, aber manchmal auch Schultern und Unterarme piercen.

Das Spektakel ist nichts für Zartbesaitete, doch ist es erstaunlich geregelt und zivlisiert, der religiöse Taumel in routinierte Bahnen gelenkt. So ist in den zehn Regeln des Festivals eigens vermerkt, dass die Teilnehmer nur saubere Küchenutensilien verwenden dürfen und nur die eigenen für sich selbst. Eine weitere Regel lautet schlicht, sich angemessen zu benehmen - physisch und psychisch. Die Teilnehmer dürfen während des Festivals kein Fleisch essen, keinen Sex haben, keinen Alkohol trinken, sollen reinlich sein und weiße Kleider tragen. Schwangere Frauen, sowie Frauen während ihrer Periode dürfen nicht zusehen. Weiterhin fernbleiben sollen Leute, die in Trauerzeit sind.

Das Fest scheint eine Verschmelzung zweiert Traditionen zu sein, bei denen eine stark dominiert: Es get darum, gütige Götter vom Himmel einzuladen. Daher werden bei an den neun Schreinen, die Schauplatz des Festivals sind, Pfähle errichtet, an denen sie herabsteigen können. In der letzten Nacht des Fests werden die Götter mit Feuerwerk wieder zurückgeschickt. Hier kommt nun die Idee des "Mah song" ins Spiel. Bei "Mah song" wird ein Mensch von einem geistigen Wesen, einem Geist oder einem Gott ergriffen. Wer ergriffen werden will, muss rein sein - daher die vielen Rituale zur Reinlichkeit. Die Teilnehmer, die sich selbst verletzen, sich Nadeln oder auch schon mal Pistolen durch die Wange stechen gehen noch einen Schritt weiter: In ihrer Vorstellung sind sie von Göttern ergriffen und fühlen daher keinen Schmerz.

Als zweite Tradition, an der das Fest zeitlich festgemacht werden kann, dürfte ein historisches Ereignis sein: 1825 reiste eine chinesische Operntruppe in die zur Hauptstadt der Insel ernannten Bergwerkssiedlung Get-Hoe. Sie erkrankten schwer an Fieber. Zu Ehren zweier Götter hielten sei eine strenge, vegetarische Diät und das Fieber verschwand.

Religiöse Trance hin, religiöse Trance her - bei dem Fest kommt es regelmäßig zu Verletzungen. Hauptsächlich allerdings wegen umherfliegender Feuerwerkskörper, denn die religiösen Piercer und Flagellanten haben zum einen Helfer und zum anderen Erfahrung mit den gefährliche Werkzeugen, die sie sich in den Körper dübeln.

Mehr Eindrücke von dem Fest sehen Sie in unserer Bildergalerie zum Vegetariert Festival von Phuket.

Weiterführender Link: Homepage des Festivals
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