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Pop Life: Warhols  Vermächtnis

Gigantische Brüste, aus denen Milch und Honig fließt, eine Figur zwischen archaischem Mutterkult und moderner Sexualität. Schier erschlagend ist die übererotisierte Mangafigur des Künstlers Takashi Murakami. Und so schrill wie die gesamte Ausstellung "Pop Life" in Hamburg.

Von Julian Rohrer

Andy Warhol sagte einmal: "Gute Geschäfte sind die beste Kunst". Nach diesem Credo erlebt Hamburg gerade eine Renaissance der Pop-Art. Alltagskultur, Werbung und Kunst ergehen sich in einer tief greifenden Symbiose. Sex, Geschlechterkämpfe, Abstraktes und viel Schrilles kulminieren in Ausstellung "Pop Life" in der Hamburger Kunsthalle. Unter den 320 Exponaten tummelt sich Deftiges - so wie die überdimensionale Brustskulptur "Hiropon" von Takashi Murakami oder die fiktiven Pornoplakate Jeff Koons. Die Konsequenz: In die Ausstellungshallen dürfen nur Besucher ab 18 Jahren.

Bei der Pop Art tritt der Künstler nicht mehr als Beobachter der Gegenwart auf. Er springt wie ein mutiger Schwimmer in einen Ozean aus Tant und Belanglosigkeit, saugt sie auf, reproduziert sie, verändert sie. Die Grenzen zwischen Kunst und Werbung, zwischen Voyeurismus und Avantgarde sind fließend und oft gar nicht mehr auszumachen. Die Ausstellungsbesucher werden in eine farbenfrohe Bestandsaufnahme unserer Zeit hineingezogen, angefangen bei der späteren Periode Warhols und abgerundet mit den Werken jüngerer und dennoch ergrauter Künstler wie Damien Hirst.

Pure Freude an der Lust

Wenn die Ausstellung propagiert, dass die Werke der Künstler teil der Alltagskultur werden "ohne selbst Position zu beziehen", so geht das Team um die Kuratoren Dr. Annabelle Görgen-Lammers und Dr. Daniel Koep einen gefährlichen Weg. Vielfach scheint sich die dargebotene Kunst allzu sehr in ihrem poppigen Auftreten zu gefallen. Stilmittel aus der Werbe-(Un-)Kultur treten ebenso auf wie pure Freude an der Lust und am Schocken.

Doch gerade dieser Zwiespalt macht die Ausstellung zu einem interessanten Objekt zeitgenössischer Kulturkritik. Erst wird sich der Besucher vielleicht noch von der Vielfalt der Werke erschlagen lassen. Danach gilt es, aus dem Meer der Belanglosigkeiten wieer aufzutauchen und das Gesehene zu reflektieren. Denn Warhol sagte auch: "Ich bin ein zutiefst oberflächlicher Mensch".

Die Ausstellung in der Hamburger Kunsthalle läuft noch bis 9. Mai und kostet 10 Euro Eintritt. Einen Einblick erhalten Sie in unserer Bildergalerie. Jede Menge weitere Events in Hamburg finden Sie in unserem MAX CityGuide Hamburg.

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