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Sigurdur Hjartarson Penis Museum

 

Penis-Museum: Pimmel-Parade

Penis-Neider sollten besser draußen bleiben: Im Phallus-Museum in Island reiht sich Glied an Glied.

Von Andrea Ege

Eigentlich ist Sigurdur Hjartarson ein ganz gewöhnlicher Mann. Er wohnt in der isländischen Stadt Húsavik und arbeitet als Lehrer für Geschichte und Spanisch. Doch er hat ein ungewöhnliches Hobby: Phallologie. Mit anderen Worten: Er sammelt Penisse. So viele wie er kriegen kann. Die schneidet er ab, legt sie in Formalin ein oder präpariert sie im Trockenzustand. Dann stellt er sie in seinem Museum aus.

Vom Feldmaus-Phallus bis zum Pottwal-Pimmel reihen sich in dem holzverkleideten kleinen Häuschen die Prachtstücke aneinander. Fast zweihundert sind es. Sie zeigen die Form- und Farbenvielfalt der Begattungsorgane von 68 verschiedenen Spezies. Bis auf eine käuflich erworbene Ausnahme wurden alle gespendet. Viele Menschen helfen Sigurdur Hjartasson bei seiner Leidenschaft. Wird irgendwo ein totes Tier gefunden, rufen sie bei ihm an. Dann eilt er herbei, um sich hingebungsvoll um das dahingeschiedene Begattungsorgan zu kümmern. Mal wird es ausgehöhlt, gesalzen, getrocknet und gegerbt, mal mit Silikon gefüllt, mal in Formalin eingelegt.

Anfassen verboten

In den Ausstellungsräumen des Museums finden sie dann ihre letzte Ruhestätte. Die Größenskala der Pimmel-Parade reicht dabei von kaum sichtbar bis zum prächtigen 1,70 Meter langen und 75 Kilogramm schweren Pottwal-Penis. Jedes Ausstellungsstück wird fein säuberlich dokumentiert, mit Datum, Fundort, Größe und, wenn möglich, Todesart. Der Pottwal zum Beispiel starb an Darmverstopfung. Neben der Abteilung mit den verschiedenen Spezies aus Island gibt es eine "ausländische" Sektion.

Nicht weniger kurios geht es zu in der volkskundlichen Abteilung. Dort findet sich allerlei abergläubischer und folkloristischer Schnickschnack nicht nur rund um des Mannes Johannes. Zum Beispiel das "Schreckmonster Naddi von Njardvik", ein Penisknochen aus dem 18. Jahrhundert, diverse Lampenschirme aus Hoden ebenso wie Besteck-Griffe in Phallusform oder Hänge-Vasen aus getrockneten Geschlechtsteilen.

Die meisten der Ausstellungsstücke wurden dem Sammler gespendet. Ein wichtiges Exemplar fehlt ihm in der Rubrik "Landsäugetiere" jedoch: der menschliche Penis. Doch auch das dürfte nicht mehr lange dauern. Drei Herren haben sich bereits per Schenkungsurkunde bereit erklärt, dem Museum ihr bestes Stück zu vermachen. Posthum, versteht sich.

Kontakt und Öffnungszeiten:
Phallus Museum
Hédinsbraut 3a
640 Húsavik
Island

Öffnungszeiten: 20. Mai bis 10. September: 12 bis 18 Uhr
Eintritt: 600 Isländische Kronen (ca. 3 Euro)
Homepage: www.phallus.is

Wem die Reise nach Island zu weit ist, der bekommt einen optischen Ausflug in das Penis Museum in unserer Bildergalerie.

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