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Von Oliver Völkl

Achtung, Achtung, liebe Wiesn-Freunde! Der Ausnahmezustand an der Münchner Theresienwiese ist vorbei. Ab sofort ist es wieder uncool mit Alkoholvergiftung von Sanitätern aufgesammelt zu werden, um dann komatös im Sauerstoffzelt zu liegen. Auch wenn die Handy-Fotos von der promillebedingten Out-of-body-Erfahrung später als legendär gelten werden. Statt tiefstem Respekt der Saufkumpels ernten Bierzombies in München jetzt auch wieder hasserfüllte Blicke, wenn sie unkontrolliert im Halbschlaf in den öffentlichen Nahverkehr brechen - und kein Prosit der Gemütlichkeit.

Dabei waren "Tage wie diese" nach dem Rausch doch meist Kater-strophal genug, um sich von Satan Starkbier für immer loszusagen: Mit pochenden Kopfschmerzen und gelähmten Gliedern verbrachte man quälende Stunden auf der Couch und schwor hoch und heilig: "Nie wieder Alkohol!". Ein Gelübde, das selten so lange hält wie ein "Du gfoist ma"-Lebkuchenherz. Sollten die Produzenten noch eine Location für den nächsten Hangover-Film suchen - ganz klar, die Münchner Wiesn. Denn während der Couchphase versucht sich manch einer vergeblich daran zu erinnern, wie es bei der gestrigen Gaudi überhaupt zum Blackout kommen konnte. Tipp: Handy checken!

Knapp sieben Millionen Liter Bier gingen weg

Und all das wegen des süffigen Gerstensaftextrakts. Geschmeidige 6,9 Millionen Liter rannen durch die Hälse. Neben dem starken Festbier werden die Teilzeit-Trachtler aus aller Welt vor allem noch zwei andere Party-Bringer auf der Wiesn vermissen: Halbe Hendl und prall gefüllte Dirndl.

Bevor wir zu den knusprigen Hühnern kommen, eine kleine Hommage an die etwa 500 000 halben Hendl, die jährlich in und um die Zelte verspeist werden. Ihr seid ein Traum, vor allem im Bierhunger, ehrlich! Nur die Ochsensemmel auf dem Heimweg zur U-Bahn kann da mithalten. Doch es regt sich Widerstand gegen uns Geflügel-Liebhaber: Tierrechtler wie "Animal United" laufen Sturm gegen die Fleischeslust am Oktoberfest. Kein Witz. Hacker-Zelt-Boss Toni Roiderer konterte klassisch: "Ich mische mich ja auch nicht ein, wenn Vegetarier dem Vieh das Futter wegessen." Muss jeder selbst wissen.

Ein herrlicher Blick auf den Balkon

Die Hauptattraktion für nüchterne wie angetrunkene Männer sind eh nicht Hühnerbrüste, sondern Frauen im Dirndl. Hühner mit Brüsten quasi. In kaum einem Outfit wird die Weiblichkeit besser betont. Während der Ausschnitt dank der sekundären Geschlechtsmerkmale alle Aufmerksamkeit auf sich zieht, bleibt der Problemzonenrest geschickt unterm Stoff verborgen.

Viel Platz für Phantasie: Mädels, im Dirndl seht ihr nüchtern schon süß aus wie Zuckerwatte. Nach zwei Maß seid ihr heißer als gebrannte Mandeln. Und über 1,5 Promille knackiger als glasierte Äpfel und gleichzeitig schärfer als Radieserl. Mindestens. Dabei ist der Balkon, wie das Dekolleté in Bayern auch genannt wird, vielleicht die größte aller weiblichen Mogelpackungen. Mit OB Udes Anstich scheint es plötzlich nur noch D-Cups zu geben - wohin das Auge fällt. Das kann weder an Ude noch am Oktoberfestbier liegen, dem immerhin brustvergrößernde Halbwahrheiten nachgesagt werden. Nein, hier schummelt Frau was sie kann. Da wird gepusht, gepresst und mit Kissen gearbeitet - bis alles vor dem Spiegel wonderbra aussieht.

Langes Warten auf den nächsten Anstich

Männer finden Dirndl trotzdem spitze. Und während wir unsere Lederhosen wehmütig zurück in den Schrank hängen und leise den Toten-Hosen-Hit summen denken wir an eure feschen Wiesn-Auftritte zurück und freuen uns schon auf nächstes Jahr, wenn es am größten Volksfest wieder einiges zu sehen gibt. "Oans, zwoa, gsuffa!"

PS: Was Männer nach der Wiesn neben Hühnern, Dirndl und Starkbier noch vermissen, kann mit ein wenig Glück im Wiesn-Fundbüro abgeholt werden.

PPS: Alles außer Geld und Gehirnzellen. Schade eigentlich.

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Leser-Kommentare (2)
Viajera (08.10.12 - 12:10)
Immer Bayern

Wieso wird nie über den Cannstatter Wasn berichtet. Immer nur Bayern

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