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Von Martin Haldenmair

17 Tage Wiesn, schön waren sie, und schön ist es, dass sie vorbei sind. Der Nahverkehr in München, der in der letzten Woche unter dem hohen Aufkommen geächzt hat, fährt wieder normal - oder muss sich zumindest andere Erklärungen für Verspätungen einfallen lassen, wie unverschämtes Herbstlaub auf den Gleisen. Die Straßen hallen nicht mehr vom Klang der aufstampfenden Haferlschuhe oder den Schlachtgesängen ihrer Träger. Die Leber genießt ein paar freie Tage. 17 Tage lang stürzt sich das liebe München in einen wahnwitzigen Mix aus Biederkeit und weltoffener Party - und ja, das geht, wenn das auch vielleicht nur in München glückt.

Knappe sieben Millionen Besucher sah die Theresienwiese im Jahr 2011. Sie vernichteten 7,5 Millionen Liter Bier, 118 Ochsen, 53 Kälber und eine Heerschar von Hendln. Unangenehm hierbei die Idee mancher jüngerer Biertrinker, die Maß auf Ex leeren zu müssen. Dass gelangweilte Männer so etwas zur Demonstration ihrer Unverwüstlichkeit machen, ist ja noch verständlich, aber auch Frauen schlossen sich dem Sturzleeren der Krüge an. Wir hoffen, dass sich dieser Trend 2012 nicht fortsetzt. Dazu ist das Bier dann doch ein wenig zu schade.

Auffällig dieses Jahr die Hutmode. Dass Hinz und Kunz in Tracht auf der Wiesn erscheint, auch wenn Hinz aus Indien und Kunz aus Australien ist, ist schon nichts ungewöhnliches. Doch nun wurde der Hut als Accessoire wiederentdeckt. Wenige trauen sich allerdings in ein echtes Hutgeschäft um für hundert Euro einen Trachtenhut zu erstehen. Die Verkäufer auf der Wiesn freute das natürlich um so mehr. Sie wurden eine Menge giftgrüner, grellroter, spitzer und wuschliger Kopfbedeckungen los.

4750 Objekte gingen den Besuchern der Wiesn verloren. Schlüssel und Geldbörsen natürlich, aber auch Kleidungsstücke und - dank des regnerischen Anfangs - immerhin 80 Regenschirme. Die Wiesn heilte offenbar auch zwei Lahmende, denn sowohl ein Rollator als auch ein Paar Krücken wurden zurückgelassen. Der Rollator wurde mittlerweile wieder abgeholt - das Wunder hielt hier also nicht an. Auch Kinder gingen verloren. 48 wurden vom BRK betreut, bis ihre Eltern wiedergefunden wurden.

Eine spaßige und anstrengende Zeit liegt hinter den Münchnern, die jetzt am Ende der Feierlichkeiten ihren Dauergrant wieder auf normales Niveau rauffahren. Aber doch nur, um sich heimlich auf die Wiesn 2012 zu freuen.

Einen Blick auf unsere Wiesnhighlights bietet die Bildergalerie.

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Leser-Kommentare (1)
fingerzeig (24.09.11 - 11:38)
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es sollte mehr kontroliert werden

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