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Von Martin Haldenmair

Im Bierzelt die Maßkrüge stemmen, mit den anderen Besuchern anbandeln und sich dann noch von schnellen Karussellen durchrotieren lassen: Die Wiesn legt es darauf an, die Sinne der Besucher zu verwirren. Bei einem nächtlichen Spaziergang toben von allen Seiten die schrillen Melodien aus den Lautsprechern der Attraktionen. Die Wirbelmaschine "Rakete" lock, die vielen Achterbahnen wie die "Olympia" und die Mutproben wie der "Freefall". Doch parallel dazu gibt es eine andere Wiesn. Wer sie nicht entdeckt, hat etwas verpasst.

Es sind die Attraktionen, die sich schon seit mehreren Jahrzehnten halten, was vor allem an den Menschen liegt, die sie vorführen. Das "Teufelsrad" beispielsweise ist eine der billigsten Attraktionen auf der Wiesn. Für einen kleinen Obolus erhält der Besucher Eintritt in ein Zeilt, in dem er auch gerne stundenlang ausharren kann. Darin dreht sich in der Mitte ein glattes Rad auf dem Boden. Ziel ist, sich auf das Rad zu setzen und nicht runterzufallen, auch wenn die Teufelsraddreher große, weiche Bälle werfen und mit Schnüren nach den Beinen der Teilnehmer haschen. Richtig unterhaltsam wird das Ganze durch die Kommentare des "Rekommandeurs", der die Teilnehmer aufs Korn nimmt. Einmal sollte jeder sein Glück versuchen und sich auslachen lassen. Danach kann er am Rande stehen und sich über die auf anderen Teilnehmer gemünzte Sprüche amüsieren.

Ruhiger geht es beim Flohzirkus zu, denn nur eine kleine Zahl von Zuschauer kann jeweils ins Zelt, um die Akrobaten mit der Lupe zu suchen. Auch hier sind die liebevoll bombastischen Erklärungen des blutspendenden Zirkusdirektors der eigentliche Genuss. Größer sind die Akrobaten im Mäusezirkus, aber auch hier gilt das gleiche Prinzip.

Eine seltsame Magie besitzen die Attraktionen wie der "Topogan" oder die "Münchner Rutsch'n". Ersterer ist ein hoher Holzturm, zu dessen Spitze der Besucher auf einem Laufband hinaufsaust, um dann auf einer Holzrutsche wieder herunterbefördert zu werden. Im Grunde ist die Auffahrt auf dem rumpligen und verdammt schnellen Mechanismus spannender als die Abfahrt. Darum stehen Helfer bereit, um Kinder und leicht angetrunkene Besucher auf das Laufband und wieder herunter zu bugsieren. Der "Topogan" führt in einer Spirale, die modernere "Münchner Rutsch'n" in Wellenbewegungen zu Tal.Das ist di ganze Attraktion. Und seltsamerweise stellt sich beim Besuch immer ein Gefühl kindlichen Glücks ein. Wir vermuten, wie gesagt, Hexerei und Magie als Ursache.

Also: Halten Sie am Nachmittag die Augen offen für die kleinen Attraktionen am Rand und zwischen den laut dröhnenden Fahrgeschäften und den lockenden Bierzelten! Sie gehören zur Wiesn dazu.

Weitere Attraktionen finden Sie in unsere Bildergalerie.

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Leser-Kommentare (1)
fingerzeig (24.09.11 - 11:38)
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es sollte mehr kontroliert werden

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