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Von Martin Haldenmair

"Nördlichste Stadt Italiens" nennt sich München manchmal gern. Wegen des Flairs, weil so viele Leute draußen in Cafés sitzen und weil sie dabei auch noch Stil haben (dank der vielen teuren Modegeschäfte in der Innenstadt) und so. Ob verdienter Beiname oder nicht, die Italiener halten München zur Zeit des Oktoberfests die Treue. Die meisten kommen zum zweiten Wiesnwochenende, das deswegen bei den Einheimischen schlicht "Italienerwochenende" heißt. Sogar Polizei aus Südtirol unterstützt für diese Zeit sprachlich die bayerischen Kollegen.

Der Begriff "Italienerwochenende" ist allerdings schon lange nicht mehr zutreffend, auch wenn an die 200 000 italienische Besucher für die Wiesnzeit erwartet werden und sie mit 17 Prozent den größten Teil der ausländischen Gäste ausmachen. Fast ein Fünftel der Wiesnbesucher kommen aus dem Ausland, aus den USA (14 Prozent), England (12 Prozent) und Australien (11 Prozent) und auch so exotischen Ländern wie Österreich (9 Prozent) und der Schweiz (7 Prozent). Die Australier, zahlenmäßig zwar unterlegen, laufen den Italienern zusehends den Rang ab was Feierwut, gute Laune und Robustheit verträgt. Starkes Bier ist auf dem fernen Kontinent bekannt, der australische Gast erscheint also trainiert auf der Wiesn. Das Bier im Maßkrug auszuschenken ist sowohl bei unseren nahen wie auch den fernen Gästen unbekannt und einer der wichtigsten Gründe, die Wiesn zu besuchen. Stolze Fotos von siegreich geleerten Krügen inklusive.

Asien hat das Oktoberfest auch für sich entdeckt. Japaner Touristen kommen immer wieder gern, auch wenn deutsche Brauereien in Japan unzählige Wiesnfeste ausrichten - es ist halt nicht ganz das Gleiche. Die japanischen Wiesnfeste sind Werbeveranstaltungen einer Brauerei, die Münchner Wiesn ein großes Volksfest. Dies zu erleben, die unglaubliche Menge an Menschen in Feierlaune, dicht an dicht auf Bänken sitzend und tanzend ist der größte Anreiz für die meisten Gäste. Die Größe des Festes sorgt immer wieder für Erstaunen. Auch, dass das Festgebiet nicht umzäunt ist und kein Eintritt verlangt wird. Und die Maßkrüge sind natürlich auch immer wieder ein Augenweide. Doch Vorsicht: Die Ordner haben einen Blick dafür, wenn jemand einen Krug mitgehen lassen will. Jeder, der erwischt wird, muss Strafe zahlen.

Bei einer so bunten Mischung sieht der Bayer auch über die anderen ausländischen Besucher hinweg, den Nicht-Bayern. Von den deutschen Besuchern sind das immerhin fast ein Drittel. Der Rest kommt aus Bayern und davon mehr als die Hälfte direkt aus München. Die Wiesn bleibt auf ihre Weise also ein bayerisches Volksfest.

Die weiteren Zahlen der Studie sehen Sie in unserer Bildergalerie.

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Leser-Kommentare (1)
fingerzeig (24.09.11 - 11:38)
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es sollte mehr kontroliert werden

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