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Von Martin Haldenmair

Gibt es Gruselgeschichten bei Tieren? Wenn ja, muss das Oktoberfest eines von ihnen sein. Schweine, Ochsen, Hühner, Enten und Makrelen werden zu Hunderten in die Mägen der Besucher gesaugt, minütlich flitzen zu Stoßzeiten die Ober mit vollgeladenen Tellern voller Bratenstücke und Knödel durch die Gänge der Zelte. An meterhohen und -langen Gasgrills brutzelt das Fleisch (nur bei der Fischvroni wird das Feuer mit Kohlen befüttert) und auch außerhalb der Zelte kämpfen viele mit einem glitschigen Wiesnhendl aus dem Straßenverkauf. Wie bei vielen fährt auch hier die Wiesn Rekorde ein.

Bei den meisten Besuchern triftt die Wiesngastronomie auf Appetit und Sättigung, bei anderen auf Kritik. So lässt beispielsweise Künstler Tommy Schmidt drei Hühner, Camilla, Calimera und Suzann, in einem Münchner Hotel wohnen und stellt die Aktion mediengerecht auf Facebook aus. Diese drei Hühner sind also schon mal vorm Verzehr sicher - ob sie aber wirklich die Wiesnbesucher dazu bringen, weniger zu Essen?

Vielleicht nicht ganz zufällig, dass Wiesnwirt Josef Schmidbauer gerade jetzt in die PR-Offensive geht. Er ist Wirt der Hendl- und Entenbraterei Ammer, einem der kleineren aber auch ältesten Zelte. Dort kostet das halbe Hendl (auf der Speisekarte mit einem fröhlichen grünen Blättchen und dem Wort "Bio" verziert) fast 17 Euro. Die halbe Bauernente schlägt mit knapp 25 Euro zu Buche. Stolze Preise, auch angesichts der hohen Konkurrenz auf der Wiesn. In anderen Zelten kosten die Gerichte um die zehn beziehungsweise 18 Euro. Doch, so erklärt der Wirt den Besuchern während der "Hendlsprechstunde", hat das seinen Grund darin, dass das Geflügel, das beim Ammer auf den Grill gerate, freilaufend aufwachsen dürfe, wenig Medikamente bekomme und insgesamt länger lebe als gewöhnliche Schlachthühner. Immerhin 80 Tage bei einem Ammer-Huhn statt 30 bei einem Normalhuhn.

Tatsächlich steht das kleine Festzelt in einem ausgezeichneten Ruf was seine Hühner und Enten, allgemein, was seine Küche betrifft. Für Qualität kann man vielleicht auch mal mehr ausgeben (auf der Wiesn ist es sowieso ziemlich sinnlos, auf sein Geld achten zu wollen) - und dafür weniger essen. Das freut dann vielleicht auch die Hühner im Hotelzimmer.

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Leser-Kommentare (1)
fingerzeig (24.09.11 - 11:38)
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es sollte mehr kontroliert werden

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