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WALK Fashion Show: Mode  made  in  München

Studenten inszenieren Fashion-Show und treffen den Münchner Mode-Nerv auf den Punkt. Im Club Max & Moritz führten sie ihre eigenen Modelle vor. Wir waren bei der "WALK-Fashion Show" dabei.

Von Teresa Fries

München ist vielleicht nicht die coolste Stadt Deutschlands. Sie ist auch nicht die alternativste. Und was die Weltoffenheit angeht, gibt es geteilte Meinungen (meist zwischen den Münchnern und dem Rest der Weltbevölkerung). Wenn es jedoch um Mode und Stil geht, braucht sich München sicherlich nicht zu verstecken - und seine Jungdesigner auch nicht.

Fünf Wochen für eine große Show

Was für ein Wochenendereignis für das mondäne Mode-München! Menschenschlangen vor dem rot beteppichten Eingang. 1700 Einträge auf der Gästeliste. Wer nicht drauf steht - keine Chance. Auch nicht das hübsche, junge Mädchen, das einem der vier Türsteher mit Zeige- und Mittelfinger einen Geldschein unter die Nase hält . Mit einem solchen Erfolg hatte die Mode-Managementstudentin der Akademie Mode & Design in München Catiana Munier nicht gerechnet, als sie auf die Idee kam, eine kleine Fashion-Party zu veranstalten. Sie holte sich das OK des Club-Marketingchefs und mit Tobias Graf einen befreundeten Modedesign-Studenten ins Boot und schon setzte die Idee der WALK-Fashion-Show ihre Segel.

Fünf Wochen voller Arbeit für Catiana, Tobias und zahlreiche Helfer später: Es drängen sich vornehmlich Frauen in den highsten Heels und den kürzesten Röcken, die sie für diesen Anlass finden konnten, um den Laufsteg. Alle warten gespannt auf das, was kommt. Und das sollte sogar dem ansonsten nicht unbedingt für seine Extravaganz bekannten Club Max und Moritz ("Münchens Spaß und Trink Gesellschaft") ein wenig Extra-Glanz verleihen:

Innovativ und meist zurückhaltend

Als das erste Model den Laufsteg betritt, weht ein kurzer Hauch von Irritation durch den Raum. Ganz in Schwarz mit einem Ledermundschutz vor dem Gesicht - das hatten die meisten nicht erwartet. Kurz befürchtet man eine der Modenschauen, deren Mannequins mehr Sozialkritik als Kleidung tragen. Doch schon mit dem zweiten Lauf sind diese Sorgen vergessen.

In drei Durchläufen zeigen 14 Studenten der Akademie Mode & Design ihre Arbeiten für Damen und Herren. Kreative Designs, die sich sowohl in eleganter Zurückhaltung als auch in inspirierter Opulenz ausdrücken. Schnitte, die mal floral, mal futuristisch anmuten, aber nie abgehoben wirken. Vieles ist in schwarz, weiß oder nude (hautfarben) gehalten. Einige Designer wagen dafür Farbspielkombinationen wie Bordeaux mit Camouflage. Im letzten Durchgang zeigt das Label Cardinal Castor einige Exemplare aus seiner T-Shirt-Kollektion. Die allerdings machen gegen die vorangegangenen künstlerischen Kreationen und als Höhepunkt der Show einen etwas unscheinbaren Eindruck.

Das einzige, was erkennen lässt, dass es sich hierbei nicht um eine Show von erfahrenen Modeschöpfern handelt, sind kleine Unsicherheiten der Models, deren Choreographie man teilweise eine leichte Nervosität und die kurze Vorbereitungszeit anmerkt. Catiana Munier ist nach der Show ganz und gar zufrieden: "Bei der Generalprobe fehlten auf einmal vier Models, weil sie sich nicht schnell genug umziehen konnten. Ich bin so froh, dass nun alles so gut geklappt hat".

Umjubelt - und scheu

Umso erstaunlicher, dass anscheinend keiner die Aufmerksamkeit und ein wenig Ruhm und Ehre für die gelungene Modenschau einheimsen will. Die Designer werden nicht erwähnt. Kein von Models und Publikum beklatschter Auftritt am Ende der Show. Teilweise habe sie die Studenten überreden müssen, ihre Werke zu zeigen, erzählt Catiana. Was ist aus den medienwirksamen Modeschöpfern geworden, deren Persönlichkeit oft schillernder und ausgefallener ist, als ihre neueste Kollektion? Muss man denn heute als Designer nicht mehr jede Möglichkeit nutzen, um seinen Namen zu etablieren?

Da stellt sich die Frage, was Catiana und Tobias sich von der Veranstaltung erwartet hatten. Darüber haben die beiden in der Eile der Vorbereitungen gar nicht nachgedacht. "Eigentlich nur, dass alle ordentlich Spaß haben". Marketinggründe standen für die beiden also nicht im Vordergrund, was die Veranstaltung fast noch charmanter macht. Ihr Erfolg spricht jedenfalls für sich und lässt die Münchner auf eine Fortsetzung der WALK-Fashion-Show hoffen.

Mehr von der Fashion-Show sehen Sie in unserer Bildergalerie.>

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