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Perfekte Nacht in ...: Perfekte  Nacht  in  Hamburg

Hamburg ist ein Mekka für Feierwütige aller Musikgeschmäcker und Vorlieben. Ob Großraumdisko oder Bar, Death Metal oder R'n'B, für jeden ist was dabei. Wir machen uns auf den Weg zu einer Kneipentour mit viel verschiedener Musik und Rührei.

Von Lara Wiedeking

Begonnen wird der Abend in der "Katze" am Schulterblatt 88, so gegen 22 Uhr. Jeder Mitreisende gibt schnell draußen seinen Getränkewunsch ab, denn betreten ist mit mehr als zwei Personen am Wochenende mutig und zeitgleich lebensmüde. Während wir auf die Getränke ("Vier Gin Tonic, bitte") warten, tun wir gut daran, den Thekennachbarn nicht genau zuzuhören ("Ey, und dann wollte der echt Analsex ohne Kondom!"). Mit zu viel Information über Mitmenschen und einem deutlich leichteren Geldbeutel verlassen wir die Katze und stellen uns in die riesige Menschentraube vor der Kneipe. Ist der Gin Tonic geleert, sind mehrere fremde Menschen, die alle irgendwas mit Medien machen, zu Facebookfreunden geworden. Immerhin.

Einmal quer durch die Musiklandschaft

Weiter geht es in das "Kulturhaus 73" gegenüber, an normalen Abenden ist der Eintritt frei. Wir steuern direkt rechts hinter dem hausinternen Kiosk den Keller an und arbeiten uns zu Hip-Hop- und Reggae-Beats zur Tanzfläche vor. Nach einiger Zeit geht es weiter, zum Ausgang am anderen Ende des Raumes. Die Treppe hoch, schnell noch ein alkoholisches Getränk an der Theke gekauft, um die Kurve, durch den Vorhang, hinter dem heute mal Elektromusik läuft. Im Garten vom "73" steht ein Fotoautomat, in dem schnell noch mit der besten Freundin vier Passbilder in schwarz-weiß gemacht werden.

Nächste Station: St.Pauli

Vom Haus 73 geht es weiter Richtung Kiez, Ortskundige laufen zu Fuß, die anderen tun gut daran, mit der U-Bahn bis St.Pauli zu fahren. Von der Station aus geht es auf die Reeperbahn, ein Stückchen zu Fuß, vorbei an einschlägigen Stripteasebars und Peepshows, getaucht in buntes Neonlicht, das in unterschiedlichsten Farben Geschlechtsverkehr verspricht. Wir lehnen jede noch so motivierte Einladung der Türsteher und Stimmungsmacher in einen solchen Laden ab und biegen erfolgreich rechts auf den Hamburger Berg. In der erstbesten Kneipe gibt es Mexikaner für jeden. Schmeckt wie eine Bloody Mary... nur schlimmer. Da hilft nur Nachspülen mit einem Astra.

Auf dem Kiez angekommen beginnt auch gleichzeitig der Spießrutenlauf. Ab hier - so scheint es - sind alle Menschen zum Abschuss bzw. zum Abschleppen freigegeben. Wir wehren uns tapfer, landen in Rosi's Bar und verweilen hier ein bisschen. Weiter geht es, wir haben noch viel vor uns und gehen in die Barbarabar. Dort tanzen wir heute zu Ray Charles und Aretha Franklin. Irre voll, gute Stimmung und die Luft ist schon leicht feucht vom Schweiß. Kurzer Abstecher zur Toilette, eine steile Treppe hinunter. Ein total aufgelöstes Mädchen sammelt die Scherben ihrer ehemals vollen und nun kaputten Bierflasche aus ihrer Handtasche. Tja, Glasflaschen mitbringen ist ja auch inzwischen verboten aufm Kiez.

Aus der Barbarabar geht's ins Nachtlager. Tanzen zu Kings of Leon "Sex on Fire" oder MGMT und Trinken zu unschlagbaren Preisen. Wenn es gut läuft, kann man sich kurz auf die Couch im Hinterzimmer setzen und ausruhen. Durchatmen, durchschnaufen und weiter tanzen.

Frühstück - Verdientermaßen!

Die Nacht neigt sich dem Ende und der Hunger setzt ein. Mitternachtssnack morgens um sechs. Fischmarkt kann man machen, wir gönnen uns aber ein Taxi und fahren zu "Erika's Eck" zurück in die Schanze, Sternstraße 98, wo sich Nachteulen, Touris, Taxifahrer und Kiezgrößen vor der selben Theke bei Rührei und Schnitzel Gesellschaft leisten. Die Nacht geht zu Ende, die Sonne geht auf und wir haben viel erlebt und viel gesehen. Gott sei Dank steht ein Taxi direkt vor der Tür, es ist nur leider kein Fahrer da, denn die frühstücken noch alle drinnen ...

Mehr von Hamburg und seinem Nachtleben sehen Sie in unserer Bildergalerie.


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