Kärnten: Naher Fernosten
Ein Chinaturm in Österreich? Das gibt's. Ebenso wie Teezeremonien und Qi-Gong-Wanderungen. MAX Online ist ins fernöstliche Kärnten gereist und kam richtig relaxt zurück.
Von Kerstin Kotlar
"Wenn du Gäste hast, dann bereite Tee", sagt ein chinesisches Sprichwort. Es gilt dort als besondere Ehre. "Deswegen bereiten wir als Zeichen unserer Gastfreundschaft Tee für unsere Gäste," erklärt Karin Leeb. Die blonde Österreicherin ist weniger Hotelmanagerin als vielmehr Gastgeberin mit Herz. Zusammen mit ihrem Mann Martin Klein leitet sie den Familienbetrieb in dritter Generation. Tradition ist es zum österreichischen Herz verschiedene Kulturen aus aller Welt zu kombinieren: das Hamam aus der Türkei, den Keltenofen (Dampfbad) aus Russland, die Seidenstraße und den Chinaturm aus Fernost.
Sobald der Erholungssuchende sich die kurvenreiche Straße zur Turracher Höhe nach oben geschlängelt hat, ist es auch der Chinaturm, der vom Hotel Hochschober sofort ins Auge fällt. Ein auffälliger Touch Fernost mitten in Österreich, in Kärnten an der Grenze zur Steiermark. Das hat nicht allen Nachbarn gefallen. Den regelmäßig wiederkehrenden Stammgästen aber durchaus.
Extreme Entschleunigung
Von der Seidenstraße, in der sich neben einem Riesenglobus auch dekorativer Wandbehang und Bilder von Teepflückerinnen befinden, gelangen die Gäste ins Innere des chinesischen Turms. Achtung, Schwelle! Denn der Philosophie nach können die bösen Geister nicht über Schwellen steigen und bleiben so draußen. Mehr fernöstliches Gedankengut wartet gleich im Aufzug. Der fährt bis in den neunten Stock - ist aber eigentlich nur der vierte. Aber alle Unglückszahlen werden einfach ausgelassen.
Ganz gelassen ist die Atmosphäre oben im Teehaus. Zwanzig verschiedene Teesorten serviert die Teezeremoniemeisterin: von grünem Hochlandtee über "Acht Schätze" bis zum kostbaren "Silverneedle" (- kostet bis zu 100 Euro pro 100 Gramm). Sie kennt außerdem die richtige Temperatur für jede Sorte, die der Gast in original chinesischen Sesseln genießt.
Relaxen beim Rolfing
Importiert aus der westlichen Welt ist das Rolfing, das seit Herbst 2010 ganz neu angeboten wird. Zurückgehend auf die amerikanische Wissenschaftlerin Dr. Ida P. Rolf bringt diese Behandlung die Menschen wieder in eine aufrechte Position - mittels Druck sowie Elementen aus Yoga und Osteopathie. Die Methode lässt vor allem den Körper sprechen, der dem behandelnden Rolfer vieles verrät. Vom Alltagsstress, Unfällen oder Bewegungsstörungen. Hier beginnt das Loslassen. Denn egal ob Rolfer Christian Schabus, Begründer der "haki-Methode" Harald Kitz oder Qi-Gong-Wanderführer Thomas Konecny - sie alle sind Überzeugungstäter. Das steckt an. Fernost liegt doch so nah. Ist vor allem authentisch.
Virtuell tauchen Sie mit unserer Bildergalerie in den Kärntner Fernosten ein.
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