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Tomi Ungerer: 80  Jahre  Hintersinn

Mal sanft, mal komisch, mal kindlich mal provokativ erotisch - Tomi Ungerers Kunstwerke haben viele Facetten. Und oft sind sie alles zugleich. Zu seinem 80. Geburtstag würdigt ihn sein Museum mit einem Blick auf seine Inspirationsquellen

80 Jahre ist Tomi Ungerer am 28. November 2011 geworden. Rüstig und gut gelaunt tritt er, auf einen Stock gestützt vor die Presse, um - wie immer - zu versichern, dass ihm die Ideen noch lange nicht ausgehen. Vielleicht wissen Ideen einfach, dass sie umgesetzt werden, wenn sie zu dem unermüdlichen Künstler kommen: 150 Bücher hat er schon geschrieben und illustriert, etwa 40 000 Zeichnungen angefertigt, sowie über 300 Plakate. Sein Schaffen umfasst auch Dutzende Ölbilder, Lithographien und Skulpturen.

In diesem riesigen Repertoire immer wieder: Erotik. Mit Hintersinn und Ironie. Erotische Frösche, Trittleitern, deren Schenkel an Frauenbeine erinnern, Skizzen von Körpern und Geräten, die erst der Zuschauer zu etwas möglicherweise Anstößigem zusammensetzt ... Ungerers Kunstwerke stießen lange Zeit auf besorgte Mienen, Ablehnung und natürlich auch den Vorwurf, sexistisch zu sein. Kein Wunder, dass Ungerer irgendwann das Weite suchte und sein heimatliches Straßburg verließt. Heute lebt er mit seiner amerikanischen Frau in Irland. Straßburg hat er dennoch nicht vergessen - die Stadt im Elsass ist sein Zweitwohnsitz. Schließlich steht dort seit 2007 das Tomi-Ungerer-Museum. Noch deutlicher kann eine Stadt die Liebe zu ihrem Sohn wohl nicht ausdrücken.

Seit dem 18. November lädt die Sonderausstellung "Tomi Ungerer et ses maîtres. Inspirations et dialogues" (Tomi Ungerer und seine Meister. Inspirationen und Dialoge) Besucher ein, weitere Facetten des Künstlers zu entdecken. Denn Ungerer schöpfte Inspirationen aus den Werken verschiedenster Epochen inspirieren. Er ließ sich Von deutschen Meistern des Mittelalters und der Renaissance (Baldung-Grien, Dürer, Grünewald, Holbein) inspirieren, von Romantikern wie Caspar David Friedrich, oder Vertretern des Biedermeier wie Carl Spitzweg. Auch aus seiner elsässischen Heimat zog er Inspirationen.

Ungerer kopierte oder imitierte dabei nicht, er verwendete Motive und Elemente seiner Meister im eigenen Stil. Die Ausstellung bietet Gelegenheit, dies zu entdecken: Kunstwerke verschiedener Stile zu betrachten und festzustellen, dass sie eines gemeinsam haben: Tomi Ungerer. Die Ausstellung läuft noch bis zum 19. Februar.

Mehr von Tomi Ungerer und seinen Werken sehen Sie in unserer Bildergalerie.


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