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Die "Mall of the Emirates" ist eine Kombination aus Hotel, Shoppingmall und Skiressort. Über 1000 Skiläufer können hier gleichzeitig fahren.

 

Dubai: Ein  Grad  unter  null

Und so stehen MAX-Art-Director Heico Forster und ich Stunden später mit Younis Al Mulla, dem General Manager von "Mall of the Emirates & Ski Dubai" auf einer über 100 Meter (30 Stockwerke) hohen, überdachten Betonpiste, die sich steil herabwindet. Bei über 45 Grad Hitze zeigt uns Al Mulla die Skiverleihstationen, spricht über die Daunenjackenqualitäten und davon, dass in seinem Skiresort die Temperatur immer ein Grad unter null sein wird.

Wir gehen durch die gigantische Anlage. An jeder Ecke hat Al Mulla einen neuen Rekord zu vermelden: im Shoppingcenter die größte Glaskuppel (53 Meter hoch), auf dem Boden Granit, so weit das Auge reicht. Wir marschieren an 1500 Arbeitern vorbei, die hier gleichzeitig hämmern und klopfen. Einige schlafen in den fertiggestellten Passagen auf dem Fußboden, ein Holzklotz reicht ihnen als Kissen. 4000 Arbeiter sind es insgesamt, die hier an sieben Tagen in der Woche, in drei Schichten 24 Stunden arbeiten.

"Ihr Deutschen geht nicht mit der Zeit"

Sie kommen vor allem aus Indien und Bangladesch, leben in Massenunterkünften außerhalb des Zentrums und werden von Bussen zur Arbeit gefahren. Sie bekommen ein bis zwei Freiflüge in die Heimat pro Jahr und verdienen "ein Vielfaches von dem, was sie in Indien kriegen würden", sagt der Manager. Jemand anders sagt uns später, die Arbeiter würden an derartigen Baustellen 400 bis 700 Dollar monatlich bekommen. Versteuern muss niemand seine Einkünfte. Das sei schließlich das Erfolgsrezept Dubais.

Wann die Skipiste fertiggestellt sein solle, fragen wir Al Mulla. Er sagt: "September". "September 2006?" Da lacht er nur. "Ihr Deutschen", sagt er. "Ihr geht nicht mit der Zeit. Dabei ist Zeit heute wertvoller als Öl. Ich habe dem Scheich versprochen, dass die "Mall of the Emirates" am 8. September 2005 fertig ist. Und ich sehe keinen Grund, warum wir es nicht schaffen sollten. Ein Versagen wird nicht geduldet."

Planet Dubai

Bis dahin hat der Mann, der in Oxford Wirtschaftswissenschaften studierte, eine Milliarde US-Dollar ausgegeben. Er zeigt auf ein Schild. "84 Days" steht darauf. "Am Tag 85 werde ich mir ein paar Skischuhe und Ski leihen und die Piste hinunterwedeln." Doch die "Mall of the Emirates", über die man in Deutschland monatelang sprechen würde, ist nur ein kleines Projekt auf dem Planeten Dubai.

Zwei Bauvorhaben überschatten alles, was jemals in einem arabischen Staat erdacht und erbaut wurde: "The Palm" und "Burj Dubai". Wir fahren zuerst zur Immobiliengruppe Emaar. Manager Amit Jauhri ist eine der wenigen Personen, die über das sagenumwobene "Burj Dubai", den Turm Dubais, sprechen darf. Besitzer des Projekts, von dem man in Dubai bisher nur eine gigantische Baustelle sieht, ist der koreanische Technikkonzern Samsung.


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