Cocoon Frankfurt: Herr über 120 000 Watt
Sven Väth katapultiert Frankfurts Nachtleben in die erste Liga mit einer "High-End-Techno-Disko", die auf der Welt ihresgleichen sucht
Von Andrea Ege
Das "Hochamt des internationalen Jet-Sets - nichts geringeres versprach Top-Techno-DJ Sven Väth seinen Fans zur Eröffnung seines Cocoon Clubs in Frankfurt. Um Väths Traum vom ultimativen Ausgeherlebnis zu realisieren, hatte laut SZ ein "angeblich sehr seriöser Finanzier aus den USA" tief in die Dollartasche gegriffen und eine zweistellige Millionensumme in den Bau investiert. Was dabei herauskam erinnert ein bisschen an einen Ausflug ins Wunderland.
Konsequent folgt die Innenausstattung dem Ziel, das Statische der Architektur aufzulösen. Unerschrocken gaben die Designer diesem Credo Form und Farbe. Den Flur im Eingangsbereich flankiert eine "atmende Wand", deren Tiefe permanent zu- und abnimmt. Biomorph auch die Anmutung des Hauptraums: Die rund 600 Quadratmeter große Tanzfläche umgibt eine Art Membranwand, deren Optik einer schicken, dreidimensionalen Orgie aus bunten Amöben und Geiseltierchen gleicht. Aus der Wand streckt sich der "Hochaltar" des DJs. Acht Plattenteller stehen für ihn bereit. Sekundiert wird der gottähnliche Musikmaster von einem so genannten Room-Jockey. Seine Aufgabe ist, die 21 Projektoren und unzählige Scheinwerfer zu steuern, mit denen er Filme, Bilder oder wabernde Ornamente auf Wände und Boden des Raumes wirft. Passend zur Musik, versteht sich. Und die schallt aus der "besten Musikanlage der Welt", so die Macher.
Phänomenale 120 000 Watt stemmen die Lautsprecher. Podeste rund um die Bass-Boxen dienen den Tänzern als Bühne. Der internationale Jet-Set hält sich dagegen bevorzugt in den VIP-Cocoons auf, die in die Membranwände rund um die Tanzfläche eingelassen sind. Das sind kleine Separées mit eigener Minibar. Hier fläzen die Schönen auf stylishen Lederpolstern und beobachten auf einen Bildschirm das Treiben auf der Tanzfläche aus der Sicht des DJs. Im Club gibt es zudem zwei Restaurants: In einem flimmern Projektionen über 15 000 Glasfaserschnüre, die von der Decke hängen, im anderen wird im Liegen gegessen.
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