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Andrea Ege - www.andrea-ege.de Amsterdam-Impressionen

 

Amsterdam: Kanäle  für  die  Welt

Wer Amsterdam in all seiner Fülle erleben will, sollte dies vom Wasser aus tun. Der schönste Blick bietet sich vom Boot aus. Amsterdams Grachten verwandeln die Stadt in das "Venedig des Nordens". Kein Wunder, dass die UNESCO sie nun zum Weltkulturerbe erklärt hat.

Von Martin Haldenmair

Über 100 Kilometer Wasserwege durchziehen Amsterdam, schwungvolle dunkelgrüne Pinselstriche in konzentrischen Halbkreisen, durchbrochen von feinen, radiale Linien. An die 400 Jahre sind sie alt, die Amsterdamer Grachten. Denn: Im 17. Jahrhundert erlebte Amsterdam einen noch nie gekannten Zuzug. Eine wichtige Hafenstadt zu entwickeln war das Ziel der Stadtplaner und so entstand der Plan der Grachten: Die halbreisförmigen Kanäle legten das sumpfige Land weiter trocken, dienten als Verteidigungslinie und natürlich zum Transport.

Steuern und Stadtbild

Gewürze und Porzellan, Zucker und Tuch - all die Schätze der frühen Neuzeit wurden direkt vom Meer in die Warenhäuser gebracht - ja, Amsterdam wurde selbst zum Warenhaus. Wer direkt am Kanal baute, musste dementsprechend Steuern zahlen, doch Steuern zu vermeiden üben Händler schon seit Anbeginn der Zeit: Sie bauten die Häuser einfach hoch und schmal, denn die Steuer richtete sich nach der Breite der Fassade am Wasser. So präsentiert sich auch heute das Stadtbild: Schmucke, schlanke Häuser - und fast alle leicht geneigt, denn Amsterdam steht auf Pfählen.

Weltkulturerbe, beliebter als Coffee Shops

Die einzigartigen Entwicklung würdigte das UNESCO Komitee 2010: Das Netzwerk innerhalb der Singelgracht, also eben jenes erste große Kanalsystem aus dem 17. Jahrhundert, wurde nun zum Weltkulturerbe der Menschheit erklärt. Eine Attraktion waren sie schon von der Würdigung: Statt knallharter Händler ziehen die Grachten nun Touristen an - mehr noch als die Coffee Shops, wenn man den Umfragen glauben möchte.

Schwebende Galerie

Zu Recht: Die kleinen, dunklen Sträßchen zwischen den spiegelnden Wasserwegen Amsterdams locken zwar auch in ihre versteckten, magischen Ecken. Im Boot aber schwebt die Stadt wie eine Bildergalerie vorbei. Mit ihren wild schräg stehenden Häusern, den Cafés direkt am Wasser und den Müßiggängern, die einfach am Rande der Grachten sitzen, ihre Füße baumeln lassen und jedem Boot, das vorbeidümpelt, zuwinken.

Klicken Sie in unsere Bildergalerie für weitere Impressionen des Grachtengürtels.

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