Wien: Sushi vs. Sacher
Warum Wien? "Weil es hier mehr gute DJs als Publikum gibt", so die Downbeat-Gurus Kruder & Dorfmeister. Nachts tanzen, tags chillen
Eigentlich müssten die Herren Kruder und Dorfmeister von der Österreichwerbung gesponsert werden. Sie haben es immerhin geschafft, das Österreich-(Wien)-Image von dem Geruch des Ewig-Gestrigen und des Reiseziel-für-Rentner-Klischees zu befreien. Außer Mozart oder Strauß assoziiert man neuerdings auch den Downbeat à la K&D mit der Metropole der Alpenrepublik.
Überhaupt hat sich in Wien eine DJ-Szene etabliert, die aus dem Nachtleben nicht mehr wegzudenken ist. Man geht nicht in einen bestimmten Club, sondern dorthin, wo ein bestimmter DJ auflegt. Klar gibt es in Wien auch noch ein Nachtleben nach dem DJ-Kult. Doch dabei riskiert man, nicht ganz so hip zu sein.
Und was bietet Wien noch? Vieles, und: eine überaus spannende Küche. Die Wiener essen gerne und beileibe nicht nur die gleichnamigen Schnitzel. Vor allem die asiatische und die italienische Küche ist schwer en vogue. Aber als Abwechslung zu Sushi und Antipasti und dem ganzen Firlefanz tut dann manchmal ein ehrliches Wiener Schnitzel mit Kartoffelsalat doch wieder richtig gut.
Als essenstechnisches Survival-Paket hier noch ein paar Gastronomie-Insiderbegriffe: Ein kleines Bier (0,3 Liter) heisst in Wien "Seidl", eine Halbe ist ein "Krügerl", ein Alsterwasser wird "Radler" und die Weinschorle "Gespritzter" (gesprochen: Gschpritzter) genannt. Ein "Beisl" ist eigentlich eine Gaststätte, in der einfache Wiener Küche serviert wird, es gibt aber mittlerweile auch "Nobel-Beisln". Und einen kleinen Gastgarten auf der Straße nennt man in Wien "Schanigarten". Hach, es geht doch nix über den "Weaner Schmäh".
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