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Max
Oliver Ebert
Prag

 

Prag: Moldau-Move

Noch immer schimmert ein seltsam morbider Charme duch den Mantel der Moderne, den sich Prag übergeworfen hat

Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Aber vieles: Prag wird nicht umsonst die Goldene Stadt genannt. Vor allem im Herbst, wenn die tiefstehende Sonne die Häuser auf den fünf Hügeln rund um die Moldau in ein warmes Licht taucht, offenbart sich das einzigartige Flair der Metropole. Hier blies Bill Clinton Töne aus dem Saxophon. Vaclav Havel rasselte den Takt dazu. Hier kam Kafka zur Welt, hier liegt er begraben. Hier fegten postsozialistische Perfomancekünstler den Mief aus den Kellern der Polit-Bürokraten und verwandelten sie in schrille Szene-Treffs.

Das heutige Prag hat seine sozialistische Vergangenheit abgestreift. Aber nur fast. Noch immer schimmert hier und da ein Teil des alten Flairs durch. Etwas Morbides schimmert noch immer unter dem Mantel der Moderne. Es ist der Charme der blätternden Fassaden, der in starkem Kontrast zum modernen Prag steht. Jenem Teil der Stadt, der mit wehenden Fahnen in die Zukunft reist. Gerade diese eigentümliche Mischung als alt und neu macht die Metropole zu etwas ganz besonderem.



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