Brüssel: Die Marollen
Wer bisher glaubte, Kenner exotischer Orte dieser Welt zu sein,
wird in den Marollen auf die Plätze verwiesen. Das Viertel im
Diagonalverfahren: Dem engen Gewirr an Gässchen wird man am
besten Herr, wenn man auf die Anhöhe vor dem Palais de Justice
steigt. Zugunsten des Justizpalastes wurden dem Bezirk vier komplette
Straßenzüge amputiert, weshalb der Ausdruck "Architekt" bis
heute ein lokales Schimpfwort ist. Unten im "Skieven Architekten",
am Place de Jeu de Balle, kann der Mensch zum Tier werden und
Fleisch noch praktisch warm aus der Schlachterei essen. Gegenüber
serviert "Marcel" in seiner dauerhaft schmierigen Kapitänsuniform
das belgische Gebräu. Verzweifeln Sie nicht, wenn Sie ihn nur fragmentarisch
verstehen! Dieses Viertel hat seine eigene Sprache, eine
abenteuerliche Mixtur aus Wallonisch, Flämisch und auch noch
irgendwie Spanischem. "Merci Alleman en bonne journée!"
Sonntags
muss man ins "Brocante" am Place de Jeu de Balle: Die Bezirksband "Le
Ray et Chris" gellt belgische Volksschlager auf der Elektroorgel, das
Publikum ergibt sich seinem Schicksal, bei betäubtem Verstand. Wer wochentags unterwegs ist, kann auf Shoppingtour in die vielen
kleinen Lädchen der Rue Haute, Rue Blaes und ihrer
Nebengassen gehen. Hier sucht alles einen Käufer.
Unbedingt besuchenswert ist die "Pâtisserie Barcelona" in der Rue Haute. Die nette
Bäckerin hat recht willkürliche Öffnungszeiten, jedoch das beste
Gebäck im Viertel.
Sonstiges: Haltestelle (Métro Louise) Parkplatz (in der Nähe)
Folgende Veranstaltungen finden hier statt:
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